Samstag, 20. Juli 2013

Abkühlung gesucht...

Abkühlung gesucht...

Diese Woche verging wie immer recht schnell. Seit Donnerstag weint Karla nicht mehr beim Abgeben in der Kita. Am Freitag Morgen kam Thomas mit, um sich die Prozedur zu verinnerlichen: Eingangscode an der Tür, Abgeben bei den Babys, solange die Gruppenleiterin noch nicht da ist (kommt um 8 Uhr, wir sind meist 7:45 Uhr dort), Karlas Sachen an ihren Haken hängen, in Karlas Eimer gucken, ob es was zum Mitnehmen gibt, Karla austragen im Büro am PC mit PIN usw. Und beim Abholen, Protokoll vom Tag mitnehmen und Austragen nicht vergessen. Jeden Tag kommt ihre Flasche wieder mit nach Hause, jeden Freitag ihre Schlafdecke zum Waschen. Freitags ist immer Planschtag (Karla war begeistert, aber die große Wasserrutsche war ihr erst etwas unheimlich. Am Donnerstag gab es ein Puppenspiel, das ihr wohl auch erst Angst machte, aber als sie bei den anderen Kindern sah, dass diese keine Angst hatten, hat sie sich beruhigt. Karla sagt mittlerweise den Namen ihrer Erzieherin "Miss Dee" und scheint auch sonst viel Englisch zu sprechen. Beim Aufräumen ist sie wohl ganz ehrgeizig und sagt die ganze Zeit "clean-up, clean-up" - komisch, wenn ich sie zuhause frage, ob sie mal die Stifte wieder einräumen kann, sagt sie im günstigten Fall "No" oder ignoriert mich. Einmal hielt sie mir zuhause ihren bis auf den Stein abgenagten Pfirsich hin und meinte: andann! Ich guckte sie erstaunt an und wusste nicht, was sie meinte - bis mir aufging, dass das wahrscheinlich hieß: I'm done. Bin fertig, Mama, kannst den Stein wegwerfen!

Als Karla dann am Freitag förmlich auf den Arm der Erzieherin hüpfte beim Abgeben, meinte Thomas: Ich weiß gar nicht, was du hast, sie weint doch gar nicht. Toller Vorführeffekt, andererseits war ich sehr stolz auf sie. Freitag abend glänzte sie allerdings mit Fieber, schlechter Laune und Einschlaf- und Atemproblemen wegen Husten. In der Nacht schliefen Thomas und ich zusammengerechnet etwa 2 Stunden. Selbst in unserem Bett schlief das Karlinchen nicht besser. Doch übers Wochenende wurde es besser, vielleicht dank der homöpathischen Kügelchen, die ich noch von unserem Umzug aus Deutschland habe und letztens wiedergefunden habe. Die aß sie gern, den Ibuprofen-Fiebersaft verschmähte sie dagegen.

Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz
Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz
Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz
Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz
Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz
Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz

Der Gruppenraum der Ladybugs, Karlas Bett ist Nr. 4, und der Weg zum kitaeigenen Spielplatz

"Artwork" der Motschegiebschn, Tagesplan und Karlas Haken und Eimer auf dem Flur
"Artwork" der Motschegiebschn, Tagesplan und Karlas Haken und Eimer auf dem Flur
"Artwork" der Motschegiebschn, Tagesplan und Karlas Haken und Eimer auf dem Flur

"Artwork" der Motschegiebschn, Tagesplan und Karlas Haken und Eimer auf dem Flur

Abkühlung gesucht...

Hidden Peak Hustle und Hitzekoller

Nachdem ich zwei Wochen Laufpause wegen einer Entzündung an der Ferse machen musste, musste ich zwar meinen Traum vom Marathon für dieses Jahr begraben, entschied mich aber für einen bergigen 10km-Lauf namens "Hidden Peak Hustle" für Samstag Morgen. 9 Uhr war Start im Ski- und Wandergebiet Snowbird. Die Strecke barg schätzungsweise 200-300 Höhenmeter und ging bei etwa 2500 Metern Höhe los. Ausgetragen wurde er von Black Diamond, dem Outdoor-Ausrüster, DynaFit, die dort einen Trail-Schuh-Stand hatten und Trader Joe's, dem Supermarkt, den wir uns meistens nicht leisten können. Dementsprechend gut war die Verpflegung an Start und Ziel und Karla steckte ordentlich Riegel und Bananen ein, während wir so taten, als würden wir es nicht sehen. Wir mussten nur aufpassen, dass sie sie auch abgab und nicht gleich aufaß.

Dann ging es los. Erst starteten die 5km-Läufer, dann die 10er. Ich fühlte mich nach der unruhigen Nacht mit Karla nicht gerade ausgeruht und überzog daher nicht gerade. Nach wenigen Metern schon ging es auf einen Single Track, auf dem man so gut wie überhaupt nicht überholen konnte. Ich war hinter einer Läuferin eingekeilt, die es bergab gut laufen ließ und so schnell war wie ich, aber bergauf langsamer als ich war. Da ich die Strecke nicht kannte, wusste ich nicht, ob es sich lohnen würde, auf eine breitere Stelle zu warten, oder ob ich das Risiko eingehen sollte, sie zu überholen. Die Strecke war auch insofern schwierig, als dass sehr viel Geröll heurmlag und immer wieder kleine Wasserlöcher und Felsen zu überwinden waren. Wenn man sehr nah hinter jemandem läuft, sieht man potenzielle Gefahrenstellen zu spät und tritt leicht mal daneben. So wie Thomas beim Rennsteiglauf 2012. Das endete dann ja in der Suhler Notaufnahme, wenn auch letztlich glimpflich. Jedenfalls kam dann bald eine Stelle und ich konnte die Gunst des Augenblicks und die Aufforderung meiner Vorläuferin "Go ahead!" nutzen und überholen. Das machte ich noch so 3-4 Mal und dann war ich auch schon alle. Das nächste Mal, als ich hinter einem langsamen Läufer war, war es mir ganz recht, denn ich brauchte Erholung. Nach 17 Minuten sagte ich mir optimistisch: Nur noch 30 Minuten (was vielleicht meiner Zeit im Flachen entsprochen hätte). Es schien nur noch bergauf zu gehen... Irgendwann jedoch rollte die Strecke so zwischen Blumenwiesen, Wurzeln und Wäldern vor sich hin und ich fand zur alten Schnelligkeit zurück. Dann liefen wir auf die 5km-Läufer auf, die allerdings meist gut Platz machten - bis auf die mit Stöpsel im Ohr. Hier ist man ja meist sehr höflich und hält beim Überholen noch einen Plausch, kündigt aber zumindest von hinten an, auf welcher Seite man gleich überholen möchte, z.B. On your left! Dann kamen uns noch ein paar Mountainbiker entgegen - in deren Haut möcht ich nicht gesteckt haben. Nichtsahnend radfahren und plötzlich kommt dir ne Horde Läufer auf einem schmalen Pfad entgegen.

Nach ca. 45 Minuten war ich bergauf so fertig, dass ich steile Abschnitte nur noch ging. Ich war gerade 3. Frau. Allerdings nur, weil die eigentliche Dritte sich gerade kurz verlaufen hatte. Dann fiel ich wieder auf Platz 4 zurück. Platz 5.... Eine Verpflegungsstation. Inszwischen waren wir hinter der Wende. Ich fragte, wie weit ist es noch. Die Antwort: Nicht mehr weit, du bist das Stück doch schon gelaufen. Ich: Ich weiß, aber ich kann nicht mehr denken. Er: Oh, das kenne ich. Aber du machst das gut. ,

Das Ziel kam in Hörweite, es ging bergab. Ich ließ laufen, laufen, laufen. Ich sah die 5. Frau wieder. Runter vom Single Trail, rauf auf die breite Schotterstraße. Dann zog ich vorbei an der 5. und zwei Männern und lief uneinholbar und ohne jedes Gefühl für meine Beine oder meine Lunge ins Ziel. 58 Minuten, 4 Minuten hinter der ersten Frau, aber dennoch nur 4. Platz. Wie immer. Wie immer trotzdem schön. Diese Natur verlangt einem alles ab: Koordination, Selbstdisziplin, Konzentration. Das ist das Schöne.

Vor und beim Start
Vor und beim Start

Vor und beim Start

ZieleinlaufZieleinlauf
Zieleinlauf

Zieleinlauf

Abkühlung gesucht...

Im Ziel warteten Thomas und Karla auf mich, die inzwischen Wandern gewesen waren. Dort oben weht noch ein kühles Lüftchen, selbst wenn unten in Salt Lake schon 100 ° F sind, also 40 Grad Celsius. Karla wollte auch unbedingt eine Startnummer haben, nachdem ich meine befestigt hatte - und Thomas nahm etwas aus dem Startbeutel und so lief Karla Werbung für den Sponsor "Great Harvest", die Brot backen. Nach den Läufen hier ist häufig eine Tombola, an der man mit seiner Startnummer teilnimmt. Außer einem Gutschein für ein mexikanisches Restaurant 30 Meilen entfernt, wo wir wegen Karla sowieso nicht hinkönnen, haben wir aber noch nichts gewonnen. Dabei können sich die Preise meist sehen lassen. Vom Gel bis zum Laufschuh bzw. Ski ist alles dabei. Der Nachteil daran ist, dass man meistens noch ewig warten muss, bis es losgeht. Dieses Mal hatte ich aber ein gutes Gefühl und ich wollte das Geld für den Lauf auch wieder reinholen. Also warteten wir noch im Schatten eine Stunde bis Siegerehrung war. Leider waren die 3 Frauen vor mir auch alle in meiner Altersklasse, sodass ich dafür schon mal leer ausging. Ich aß noch einen Riegel von Trader Joe's. :-) Dann kam die Tombola. Ich sagte zum bereits vom Warten genervten Thomas, dass wir gehen können, wenn nach 15 Minuten meine Nummer nicht gezogen würde. Und siehe da, es dauerte keine 5 Minuten und die 86 wurde aufgerufen! Ich hechtete zum Stand, um den sich schon eine Traube mit Gewinnern gebildet hatte und schnappte mir einen Trinkrucksack für Frauen im Wert von ca. 100 Dollar.

Abkühlung gesucht...Abkühlung gesucht...Abkühlung gesucht...
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Mein Tombolagewinn: Der Gregory Pace 8 für Ultramarathons - wenn das kein Wink ist!

Mein Tombolagewinn: Der Gregory Pace 8 für Ultramarathons - wenn das kein Wink ist!

Abkühlung gesucht...

Dann konnten wir endlich gehen. Zuhause war erst einmal die Luft raus. Zum Einen, weil es inzwischen elendig heiß geworden war. Zum Anderen, weil Karla partout keinen Mittagsschlaf machen wollte, eine Stunden protestierte, dann 35 Minuten schlief und dann wieder protestierte. Und dass, obwohl sie nach der letzten Nacht den Schlaf auch bitter nötig gehabt hätte - ebenso wie wir. Um 14:30 brach Thomas dann klatschnass, um die Hitze überhaupt irgendwie ertragen zu können, auf Rollerski zu einer bergigen 2-Stunden-Einheit in den Emigration Canyon auf. Nach 10 Minuten war er bereits wieder getrocknet, und dass, obwohl keine Funktionskleidung anhatte! Währenddessen blieben Karla und ich drinnen und ich versuchte, sie mit Malen, Bücher ansehen und usw. bei Laune zu halten. Als Thomas wiederkam, sprangen wir nochmal in den Pool.

Um 17 Uhr waren wir zu Frank und Denise, die seit Mitte letzter Woche wieder aus Deutschland zurück ist, zum Grillen eingeladen. Die Kinder spielten ganz herrlich, jagten sich mit Wasserpistolen um den Tisch und Karla mittendrin! Gegen 21 Uhr waren wir wieder zuhause und ich pflanzte noch schnell die Espe ein, die Thomas in Snowbird für unseren Garten ausgegraben hatte. Wir haben ja wahrscheinlich nichts davon, aber irgendwann ist dann da mal Schatten :-)

Mehr zum Sonntag erfahrt ihr im nächsten Eintrag.

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