Donnerstag, 18. April 2013

Vorfreude...

Vorfreude...

Am Montag Vormittag war bei uns mal wieder für ein paar Stunden Winter. Wie es sich mir am Sonntag bereits auf dem Rad angekündigt hatte, wurde es unter Null Grad Celsius kalt und ich konnte mir beim Laufen dicke Flocken ins Gesicht schneien lassen! Am Nachmittag war dann wieder eitel Sonnenschein angesagt – wenn auch bei kaltem Wind. Am Dienstag war dann wieder Little Gym dran. Karla, die ja jetzt abends länger fidel ist, genoss es, sich an den Ringen hin- und her zu schwingen und hielt sich gut fest. Auch den Fallschirm mag sie sehr. Das ist eine bunte runde Stoffplane, die die Eltern über die Kinder lüften, die dann nach Herzenslust darunter herumlaufen und sie zudecken lassen können. Einige mögen's, andere weinen. Karla mag es. Am Ende sitzen dann Kinder und Eltern wie in einem Zelt darunter und singen „Twinkle, twinkle, little Star“. Bei den englischen Texten sind wir noch nicht sehr sicher, muss ich zugeben. Zum Ende hin kommen vor den Seifenblasen immer die Bälle ins Spiel. Karla erwischte dieses Mal einen kleinen Ball aus Hartplastik, den sie mir beherzt ins Gesicht warf, woraufhin ich eine blutige Lippe hatte. Karla hat auch schon gemerkt, dass sie Mama ein "Aua" verpasst hat und es tat ihr sichtlich Leid. War aber zum Glück ja nicht schlimm...

Vorfreude...Vorfreude...
Vorfreude...Vorfreude...
Vorfreude...Vorfreude...
Vorfreude...Vorfreude...Vorfreude...
Vorfreude...

Ansonsten stand die Woche im Zeichen der Vorbereitung des kommenden Besuchs und Urlaubs und der bezahlten Arbeit natürlich. Am Montag erhielt ich einen Anruf von Amber aus der Personalabteilung der Bibliothek. Sie teilte mir freudig mit, dass sie mir einen Job als „Substitute“ anbieten könne. Mein Location Test-Ergebnis war „great“ und sie sei „excited to welcome me to the team!“ Ich könne dann ganz flexibel arbeiten: mal 2 Stunden oder 4, wie ich will und wann etwas verfügbar ist. Momentan brauchen sie viele Leute. Ehrlich gesagt, ist es mir so sogar lieber, als feste Schichten zu arbeiten. Ich vereinbarte einen Termin mit ihr für Donnerstag, um den Papierkram auszufüllen, mich einigen Kollegen vorstellen und mir die Räumlichkeiten hinter den Kulissen zeigen zu lassen. Da ich die Hauptbibliothek so toll finde (Architekt war Moshe Safdie) und ich nur 15min mit dem Auto dort hin brauche, habe ich mich auch dafür eingetragen. Da bekomme ich als popelige Aushilfe dann sogar eine eigene Parkkarte fürs Parkhaus, eine Zugangskarte für die Personalräume sowie eine eigene Bibliotheks-E-Mail-Adresse. Es gibt neben den Pausenräumen, teilweise mit Sonnendeck, auch Ruheräume, wo man sich einschließen und hinlegen kann – also eine sogenannte „Bio Break“ einlegen kann. Toll, was? Da vergisst man doch glatt, dass man auf Arbeit ist. Ich muss mindestens 12 Stunden im Quartal arbeiten, ansonsten ist alles auf Abruf. Ich muss mich nicht abmelden. Wenn ich nicht erreichbar bin, ist das OK. Die 12 Stunden sind auch nur eine grobe Vorgabe, damit sie möglichst wenig Karteileichen haben. Schulungen in den verschiedenen Gebieten (Circulation, Reference, Customer Contact usw.) werden bezahlt und sind erwünscht. Ich wurde auch durch die „Circulation Area“ geführt, wo alle abgegebenen Medien ankommen. Für jeden Wochentag gibt es eine riesige Plastik-“Badewanne“ voller Medien, die nach und nach am PC „eingecheckt“ und dann auf die Fächer für die verschiedenen Zweigstellen sortiert werden müssen. Außer vielleicht, sie wurden in der Hauptbibliothek vorbestellt. In diesem Fall kommen sie mit Namen des Bestellers ins „Hold“-Regal für die Vorbestellungen. Zwei Mal pro Tag gehen Lieferungen an die Zweigstellen ab. Daneben gibt es ein riesiges RFID-Tag-Projekt, bei dem die alten Etiketten von den Büchern gelöst werden und neue RFID-fähige Etiketten hinten in das Buch geklebt werden. Das erleichtert auch die eigene Ausleihe der Medien durch den Leser selbst (self-checkout). Vielleicht mache ich also schon bald das hier:

Vorfreude...

Von meiner anderen Bau- äh Arbeitsstelle wurde mir inzwischen vermeldet, dass meine Umsatzzahlen „sehr erfreulich“ seien und ich doch meine Überstunden als normale Arbeitszeit vertraglich regeln lassen könnte. Mit anderen Worten: Wenn ich offiziell sage, ich arbeite statt 20 nun 25 Stunden pro Woche, bekomme ich auch jeden Monat entsprechend mehr ausgezahlt. Klingt ja ganz gut und werde ich sicher machen, aber meine einzige Sorge dabei ist, dass ich dann nicht mehr nur Arbeit für 25 Stunden pro Woche, sondern für 30 Stunden habe. Das könnte ich sicher nicht mehr stemmen, vor allem nicht mit meiner neuen Karriere in der „Informationsbranche“ ;-)

Wir werden sehen. Vorerst freuen wir uns mal auf unseren Urlaub mit Karlas Großeltern hier:

Vorfreude...
Vorfreude...
Vorfreude...
Vorfreude...
Vorfreude...

Samstag, 13. April 2013

Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern

Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern

Nachdem der Dienstag so ereignisreich war, ließen wir es Mittwoch ruhig angehen. Ich machte „Run & Gym“ (5 km ins Fitnessstudio laufen, 30min an die Geräte gehen und wieder zurücklaufen) sowie Einkauf & Haushalt, bevor ich mit Karla spielte. Diese Woche hatten wir nicht allzu schönes Wetter – viel Regen, eher zum „auf der Couch sitzen“. Donnerstag nach der Arbeit fuhr ich mit Karla zur Uni hoch, um Steine für meine Gartengestaltung zu holen. Mein Rucksack war schnell voll – doch Karla, gestärkt von ihren Erdbeeren, wollte noch länger spazieren gehen und probierte fasziniert immer wieder das Echo aus, das sich an einer Stelle am Fuße der Berge, den sogenannten Foothills, ergab. Die Jogger fandens lustig und egal, wo man gerade mit Karla ist: irgendeiner kommt immer vorbei und sagt: She's cute! Zuhause machte es sich Karla dann auf der Bank bequem und wartete auf den Papa, während ich das Abendbrot zubereitete.

Frühstück!

Frühstück!

Nachmittagssnack!

Nachmittagssnack!

Warten aufs Abendbrot
Warten aufs Abendbrot
Warten aufs Abendbrot

Warten aufs Abendbrot

Warten auf Papa
Warten auf Papa
Warten auf Papa

Warten auf Papa

Thomas war zur und von der Arbeit gejoggt
Thomas war zur und von der Arbeit gejoggt
Thomas war zur und von der Arbeit gejoggt

Thomas war zur und von der Arbeit gejoggt

Bruchstücke vor dem Ende der Woche

Am Freitag waren Thomas und ich in der Mittagspause radfahren – klingt relaxt. Wir mussten uns aber beide ganz schön freischaufeln. Thomas ist mittlerweile auch erkältet und fühlte sich eher mittelprächtig. Danach kam Denise vorbei, um Bruno für eine knappe Stunde abzugeben, während Emma und Claire bei Freunden einen Kindergeburtstag feierten und sie joggen ging. Der arme Bruno hatte sich am Donnerstag Abend unter Aufsicht seines Vaters den Fuß beim Springen von der Couch gebrochen. Da die Wachstumsfuge betroffen ist, war der Fall etwas komplizierter und man konnte keine Schiene setzen. Trotzdem durfte Denise 2 Stunden in der Notaufnahme zubringen. Doch die „Fracture Clinic“ mit dem Spezialisten hat nur mittwochs geöffnet und nun muss der arme Kerl so lange warten und kann nur herumsitzen. Das macht er aber ganz super. Karla meckert immer erst einmal, sobald sie meine Aufmerksamkeit mit jemandem teilen muss, egal, wie groß dieser Jemand ist. Aber als Bruno sie dann anlächelte, war das offenbar ok, und man konnte zusammen auf der Decke im Garten spielen. Dazu kam noch die Schwedin Jeanette mit ihrer einjährigen Tochter Sophie, die noch nicht läuft, so dass wir uns zu fünft aus der von mir zusammengestellten Spielkiste bedienten. Ein entspannter Nachmittag.

Duathlon mal anders: Schlafen und Schleichen

Am Samstag wollte Thomas eigentlich einen Duathlon mitmachen: 5 km Laufen, 36 km Radfahren und 5 km Laufen. Doch er fühlte sich offenbar wirklich nicht gut, erstens wegen der Erkältung und dann war er auch um 4 Uhr aufgestanden, um zuerst Karla zu trösten, die wohl schlecht geträumt hatte, und dann am Laptop zu arbeiten. Karla war dann leider gleich wieder wach, aber ich nahm sie mit ins Bett und wir schliefen noch bis um 7 Uhr. Jedenfalls staunte ich nicht schlecht, als Thomas statt ins Auto zu steigen wieder ins Bett stieg. Karla war auch ganz verdutzt und klopfte an die Schlafzimmertür, „Papa?“. Ich schnappte sie mir und wir gingen zum Spielplatz und ließen den Papa mal 2 Stunden in Ruhe schlafen.

Schlemmen, Schlafen, Schleichen, SchlotternSchlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
Schlemmen, Schlafen, Schleichen, SchlotternSchlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern

Zum Mount Olympus in 10 Minuten, hoch in wahrscheinlich 4 Stunden

Danach ging Thomas laufen und Karla ins Bettchen zum Mittagsschlaf. Thomas brauchte gefühlte 2 Stunden, was daran lag, dass es wohl im wahrsten Sinne des Wortes schlecht „lief“. Er meinte, wenn er ein Handy dabei gehabt hätte, hätte er mich angerufen, damit ich ihn abhole. So schlimm! Das Wetter war der Stimmung auch nicht gerade zuträglich. Ich hatte keine Lust auf Sport und wir entschieden uns für die Flucht nach vorn. So packten wir Karla wasserdicht ein, zogen die Wanderstiefel an und fuhren zum Fuße des Mount Olympus (2.751 m hoch), wo man auch ganz gut klettern kann. Wir wanderten etwa 1 Meile steil bergauf, wobei Thomas gut ins Schwitzen kam mit dem Extragewicht auf dem Rücken. Karla genoss derweil den Ausblick. Es war mitunter recht windig und eher regnerisch, doch trotzdem trafen wir recht viele Wanderer jeden Alters sowie Jogger. Wir waren allerdings die einzigen mit Kind. Als wir etwa eine Stunde unterwegs waren und es stürmischer wurde und anfing zu regnen, entschieden wir uns umzukehren. Dieses Mal ging ich voran. Als wir fast unten waren, bemerkten wir, dass sich Karla auf dem Rückweg ihrer Mütze entledigt hatte. Also stiefelte ich nochmals ein gutes Stück hoch und fand sie zum Glück auf dem Weg, nicht am Abhang. So kam ich doch noch zu einer langen, ruhigen sportlichen Einheit. Und zu ein paar Steinen für den Garten :-)

Den Mount Olympus wollen wir unbedingt mal ganz besteigen. Das hieße dann etwa 5,5 km bergauf mit 1330 Höhenmetern. Aufgrund unseres Vorgeschmacks gehen wir davon aus, dass das ein Tagesausflug wäre.

Der Kletterfelsen am Einstieg
Der Kletterfelsen am Einstieg

Der Kletterfelsen am Einstieg

Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
Schlemmen, Schlafen, Schleichen, Schlottern
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Zitterpartie

Am Sonntag wollte ich eigentlich mal 2 Stunden, statt der sonst 1,5h, radfahren. Leider hat der morgendliche Sonnenschein getrogen, und ich war mit kurzer Hose und Rennradhandschuhen zu dünn angezogen – und dann hatte ich mich auch noch für den kältesten Canyon entschieden, den Millcreek, der im letzten Drittel noch immer mit Ski zu befahren ist. Bis dorthin ging es wärmetechnisch auch noch, doch bergab bin ich total eingefroren. Dabei hatte mich Thomas noch beim Losfahren gefragt, ob er mir nicht doch noch meine Beinlinge holen solle. Aber ich hatte nur abgewinkt und gemeint, das geht schon. Ja, ich versuchte langsam zu fahren, einerseits um den Fahrtwind nicht noch mehr zu erhöhen, andererseits weil ich durch das Bremsen meine Finger vor dem Einfrieren bewahren konnte. Ich hätte ehrlich fast geweint, nachdem ich anfing zu zittern. Und ich musste an Thomas' Ironman denken musste, wo er 180 km in kaltem Regen bei 10 °C gefahren war und andere Fahrer am Solarer Berg zitternd vom Rad gehoben werden mussten. Ich hatte leider niemanden zum Herunterheben, und am Fuße des Canyons angekommen, schaffte ich es nicht, mich warm zu fahren. Es wurde eine Zitterpartie bis nach Hause in die heiße Wanne. Thomas war noch mit Karla bei John. Nach fast voller Wanne war unser Warmwasservorrat aufgebraucht und Thomas, der inzwischen nach Hause gekommen war, musste mir noch einen Wasserkocher aufsetzen. Das Schlimmste ist immer, wenn die Gefäße sich dann wieder weiten – man, tut das weh. Thomas meinte, die Luft sei etwa 0 Grad kalt gewesen. Er fuhr kurz danach vom Hof – gut eingepackt, doch ganz warm war ihm auch nicht auf seinen 50 km.

Besuch aus der Nachbarschaft

Karla war unterdessen voll in die Bauklötzchen ihrer Seiffener Holzeisenbahn (paradox, nicht wahr?) vertieft. Seit ca. 2 Tagen geht sie voll darin auf, so dass wir auch mal etwas anderes machen können und sie allein spielt. Dann wurde sie schlagartig müde und als ich das böse M-Wort (Mittagsschlaf) gebrauchte, schrie sie wild und ich hatte gerade noch genug Zeit sie zu wickeln und ihre Hose auszuziehen, da war sie auch schon im Bett eingeschlafen. Allerdings nur für eine knappe Stunde. Dann erwachte sie wie sie eingeschlafen war und hatte Mühe sich zu beruhigen – bzw. wir hatten die Mühe. Just da kam unser Besuch: Adam und Sandra mit ihren Töchtern Kaithlyn (6) und Kristin (4). Adam und Sandra hatten wir auf der Geburtstagsfeier von Denises Tochter Claire (4) kennengelernt. Seitdem waren wir immer mal in Kontakt bzw. Thomas mit Adam, da Adam auch sehr ambitioniert läuft (beste Marathonzeit 2:39). Und Sandra, südamerikanischer Abstammung, läuft nächstes Wochenende ihren ersten Marathon, und zwar in Salt Lake. Leider ziehen sie Ende Juni nach Birmingham in Alabama, 1800 Meilen von SLC. Die Mädels haben sich auch super verstanden. Karla war nach dem Essen wieder gut drauf und rannte mit Kaithlyn und Kristin durchs Haus. Kaithlyn und Kristin verstehen dank Sandra auch Spanisch und so glänzte Karla mit ihren Spanischkenntnissen und verblüffte uns gehörig als sie sich für ein Schweineohr von Kristin mit „Gracias“ bedankte. Ich meine, hey, sie sagt nicht einmal auf Deutsch „Danke“ zu uns!

Sugar House Park

Danach war Karla noch total aufgedreht und wollte unbedingt raus. Da Thomas sowieso noch die von John geborgten Skiroller mit Bremse ausprobieren wollte, fuhren wir in den Sugar House Park, wo Thomas für 1 Testrunde anschnallte und Karla und ich zum Spielplatz gingen. Dort verblüffte uns Karla damit, dass sie allein über den Bogen klettern wollte. Wow, sie war nicht müde zu kriegen! Es folgten mit Papas Hilfe Klimmzüge und sie hielt sich selbst mehrere Sekunden fest. Zuhause gab es dann zum „Abo“ Spaghetti – wie man sieht :-)

Ausblick

Nächste Woche ist noch einmal eine ganz normale Arbeitswoche angesagt und dann kommen am Freitag Thomas' Eltern, Oma Christine und Opa Werner, zu Besuch. Am Samstag starten wir dann alle gemeinsam in eine Urlaubswoche nach Süd-Utah inklusive Grand Canyon! Darauf freuen wir uns schon sehr.

Einen schönen Start in die neue Woche!

Karla und Kaithlyn

Karla und Kaithlyn

Rollerski mit Bremse - die funktionieren gut!

Rollerski mit Bremse - die funktionieren gut!

Karla entdeckt ihre Jackentaschen und rennt dann los, weil sie den Papa entdeckt hat
Karla entdeckt ihre Jackentaschen und rennt dann los, weil sie den Papa entdeckt hat

Karla entdeckt ihre Jackentaschen und rennt dann los, weil sie den Papa entdeckt hat

Der Papa muss mitrutschen!
Der Papa muss mitrutschen!
Der Papa muss mitrutschen!

Der Papa muss mitrutschen!

Karla schlägt den Bogen
Karla schlägt den Bogen
Karla schlägt den Bogen
Karla schlägt den Bogen

Karla schlägt den Bogen

Nur Mama schafft keinen!
Nur Mama schafft keinen!

Nur Mama schafft keinen!

Spaghetti!

Spaghetti!