Donnerstag, 21. Februar 2013

Tag der oder des Präsidenten

Tag der oder des Präsidenten

Am Montag war hier ein Feiertag, den man nicht so leicht benennen kann. Ursprünglich hieß er Washingtons' Birthday und sollte, wie der Name schon sagt, ab 1879 den ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ehren: George Washington. Washington's Birthday ist auch heute noch der offizielle Name dieses Feiertages, der immer am 3. Montag im Februar gefeiert wird, obwohl George Washington am 22. Februar 1732 geboren wurde. Dann wollte man ab 1951 auch Abraham Lincoln, den 16. Präsidenten der USA (1861-65), ehren. Der hatte aber auch im Februar Geburtstag und da bekam es der Wirtschaft schlecht, wenn im Februar die Geschäfte gleich zwei Mal geschlossen hatten. Daher beschloss man, einfach beide an einem Tag im Februar zu ehren, der aber nicht unbedingt der eine oder der andere Geburtstag sein musste. Dass der Feiertag von da an im Volksmund zum „Tag der Präsidenten“ wurde, stieß aber vielen Amerikanern sauer auf, denn die wollten nicht pauschal jeden Präsidenten bzw. das Amt des Präsidenten geehrt wissen. Seit Mitte der 80er Jahre hat sich dennoch die landläufige Bezeichnung „President's Day“ (oder auch in der Schreibweise „Presidents Day“) durchgesetzt, und seit Ende der 80er Jahre gibt es traditionell, wie zu jedem Feiertag hier, haufenweise Rabatte und Sonderangebote in den Läden. Ansonsten äußert sich der Tag durch mehrere amerikanische Flaggen vor den Häusern.

Wer mehr wissen will, kann hier auf Englisch nachlesen:

Und hier weit weniger umfangreich auf Deutsch:

Tag der oder des Präsidenten

Auch interessant ist, wen die Amerikaner so als Präsidenten ehren und wen sie offenbar lieber vergessen wollen. So sind in dem überlebensgroßen, in Fels gemeißelten Köpfen in Mount Rushmore nur vier der 44 Präsidenten verewigt (hier rechts die Rückansicht ;-)). Aber hey, zugegeben, das muss eine Sauarbeit gewesen sein. Ein Bildhauer allein hat es auch in seiner Lebenszeit nicht geschafft, sein Sohn musste noch ran. Daher hat man es wohl bei Washington (1. Präsident), Thomas Jefferson (3. Präsident), Abraham Lincoln (16. Präsident) und Theodore Roosevelt (26. Präsident) belassen. Ursprünglich sollte die Ausführung auch bis zur Taille erfolgen und sich nicht nur auf die Köpfe beschränken. Wer es in bewegten Bildern sehen will, dem empfehle ich Hitchcock's Klassiker „Der unbekannte Dritte“. Wer mehr über das Monument erfahren möchte, das übrigens 650 Meilen (1000 km) von uns entfernt in South Dakota zu sehen ist, liest am besten hier nach:

Tag der oder des Präsidenten

Gleich daneben, nur 14km entfernt, liegt das Denkmal für den Oglala-Lakota-Häuptling Crazy Horse, das noch im Bau, aber schon jetzt viel größer ist. Kein Wunder, die sprengen ja auch.

Viele Indianer stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Sie beklagen die Entweihung ihrer heiligen Black Hills und weisen darauf hin, dass Crazy Horse sich nie fotografieren ließ, weil er nicht abgebildet werden wollte. In fertiger Form wird die Skulptur Crazy Horse auf einem Pferd sitzend und mit ausgestrecktem Arm nach Osten weisend zeigen. Alle Präsidentenköpfe am Mount Rushmore zusammen sind in etwa so groß wie der Pferdekopf. Nach Fertigstellung der Skulptur soll diese 195 m lang und 172 m hoch sein.

Tag der oder des Präsidenten

Vergessen möchten die Amerikaner sicher nicht nur ihre Vergangenheit in Bezug auf die Indianer, sondern auch ungeliebte Präsidenten wie den Republikaner Richard Nixon (1969-74), der über die Staatsgrenzen hinaus bekannt für seine sogenannte Watergate-Affäre ist. Der Nixon muss ein ganz schöner Tyrann und Diktator gewesen sein. Sein Regierungsstil bestand daran, einen Kreis von Vertrauten bzw. so etwas wie ein Schattenkabinett um sich zu scharen, die alle anderen, potenzielle Feinde, ausbooten sollten. Und zwar mit allen Mitteln. Dazu gehörte, dass er zwei seiner Leute in den Hauptsitz der Demokraten, den Watergate-Gebäudekomplex, einbrechen ließ, wahrscheinlich damit diese dort nach belastenden Dokumenten suchen sollten. Nun, leider wurden die Jungs erwischt und die Presse witterte, dass da mehr dran war, als nur ein einfacher Einbruch. Die Watergate-Affäre ist bis heute nicht ganz aufgeklärt, doch musste Nixon schließlich zurücktreten und das Vertrauen in den Staat war erschüttert. Watergate wird als Sieg der Pressefreiheit und Geburtsstunde des investigativen Journalismus gefeiert. Seltsamerweise konnte man danach beobachten, dass auch viele Politskandale inszeniert wurden... Wer mehr erfahren möchte, kann hier nachlesen:

Tag der oder des Präsidenten

Auch interessant ist zu sehen, wie viele Präsidenten man eigentlich gar nicht kennt. Meistens kennt man nur die, die in Zeiten von Umstürzen, Krisen und Kriegen mit harter Hand regiert haben – eben die Adenauers. Oder die, die ermordet werden oder ausschweifende Lebensweisen unterhalten. Ruhige Reformer, wie beispielsweise Nixons demokratischer Vorgänger, Lyndon B. Johnson (1963-69), gehen da eher unter. Unter ihm wurde die Rassentrennung 1964 abgeschafft und schwarze Amerikaner erhielten erstmals Wahlrecht. Erst seit ihm gibt es die rudimentäre staatliche Krankenversicherung Medicare. Er ließ den Bombenhagel auf Vietnam stoppen und unter ihm wurde der Atomwaffensperrvertrag ratifiziert. Er reduzierte die Armut der vor allem schwarzen Bevölkerung mit seinem "War on Poverty" drastisch. Er verzichtete nach einer Amtszeit auf eine erneute Kandidatur. Kann man durchaus verstehen. Seltsamerweise wird er nirgends geehrt und seine Amtszeit dringt nicht in das öffentliche Bewusstsein, zumindest nicht im Ausland. Ich habe aber noch keine Lyndon B. Johnson-Straße oder ähnliches hier gesehen. Mehr über die bisher 44 Präsidenten erfahrt ihr hier:

Unser ganz persönlicher Feiertag

Und wer bis hierher durchgehalten halt, darf jetzt auch noch erfahren, wie unser „President's Day“ verlief, nämlich rabattfrei für uns, arbeitsfrei für Thomas und stressfrei für mich. Die Kita hatte offen und so hatten wir nach Thomas erster 2-stündiger Trainingseinheit im Millcreek Canyon und meinem „Feierabend“ mal wieder zusammen Sport frei! Ab ging es nach Mountain Dell mit meinem persönlichen Techniktrainer Thomas. Ich muss sagen, dass mir gezielte Übungen in der letzten Woche doch mehr geholfen haben, als ich es noch letzten Freitag für möglich gehalten hätte. Daher bin ich für unser Rennen am Samstag zuversichtlich.

Dann hatten wir tatsächlich noch etwas Zeit für uns... Tiefenentspannt holten wir noch unser Karlinchen aus der Kita und fuhren zu dritt einkaufen. Dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Doch ich kann jetzt sagen, dass ich zu jedem Präsidententag Lyndon B. Johnson als meinen ganz persönlichen Held feiern werde :-) Und das obwohl er einen Krieg gegen Deutschland geführt hat. Den Chicken War: Frankreich und Deutschland hatten eine Steuer für Geflügel aus den USA eingeführt. Nachdem diplomatische Verhandlungen zu keinem Ergebnis gelangten, wurde am 4. Dezember 1963 von Präsident Johnson im Gegenzug eine Steuer für Waren aus Europa eingeführt. Diese Steuer betraf auch Autos aus Deutschland, insbesondere den VW, wodurch in den darauffolgenden Jahren weniger deutsche Autos in die Vereinigten Staaten eingeführt wurden.

Aber was ist schon ein "Chicken War" gegen den "War on Poverty"?

Dienstag, 19. Februar 2013

Little Gym

Wer braucht schon Griffe?

Wer braucht schon Griffe?

Andersherum gehts auch

Andersherum gehts auch

Karla pirscht sich an den Papa ran

Karla pirscht sich an den Papa ran

Little Gym
Seifenblasen! Bzw. Karla sagt "Bubbles"!

Seifenblasen! Bzw. Karla sagt "Bubbles"!

Montag, 18. Februar 2013

ZDF-Reisebericht über Utah

Wenn ich nicht schon hier wohnen würde, würde ich auf jeden Fall mal hierher reisen! ;-)

Sonntag, 17. Februar 2013

Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren

Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren

Freitagmorgen fuhr Thomas ganz früh nach Mountain Dell, um vor der Arbeit zu trainieren. Ich brachte danach Karla in die Kita und traf mich dann bei schönstem Sonnenschein mit Denise und Bruno auf einen Spaziergang in einer netten von Cafés gesäumten Straße in der Nähe, wo ich ein schönes Buch für Karla kaufte und wir einen amerikanischen Scone beim Starbucks aßen. Nach etwas Hausputz war es dann Zeit für meine Unterrichtsstunde bei Chris und ich machte mich auf den Weg nach Mountain Dell. Na ja, was soll ich sagen. Es ist immer deprimierend, wenn man merkt, was man alles nicht (umsetzen) kann. Chris ist ein guter Lehrer, denke ich. Aber ich muss auf jeden Fall weiter an meinem Gleichgewicht arbeiten. Sein Schwerpunkt lag auf meiner Haltung und der Entkopplung von Arm- und Beinarbeit. Meistens fühle ich mich ganz gut, wenn ich ohne Stöcke laufe. Sobald ich sie hinzunehme, werden sie manchmal eher wie Krücken und verschlechtern meine Haltung. Wir arbeiteten an Ein- und Zweitakter (hier „V2“ und „V1“ genannt). Danach hätte ich gern noch geübt, aber nachdem wir uns noch ein bisschen über dies und das, unseren Aufenthalt hier und die DDR unterhalten hatten, war an der Zeit, Karla abzuholen. Irgendwie war ich danach etwas niedergeschlagen... Ich fragte mich insgeheim, warum ich das überhaupt lerne. Und auch wenn ich Fortschritte mache, wofür und wie gut kann ich denn werden? Kann ich das jemals „beherrschen“, ich meine, in der wahren Bedeutung dieses Wortes? John, Thomas' Kollege, hat erst mit ca. 60 Jahren mit Langlauf begonnen und nimmt auch Unterricht bei Chris. Ich frage mich, ob er sich diese Fragen nicht auch stellt oder ob nur ich regelmäßig frustriert bin? Wenn es gut geht, macht es Spaß, aber häufig habe ich das Gefühl beim nächsten Mal in der Loipe wieder einen Schritt zurück gemacht zu haben, als ob mein Kopf noch weiß, was zu tun ist, mein Körper aber die Hälfte davon vergessen hat. Zwei Schritte vor, einen zurück ist mir manchmal einfach zu langsam....

Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren

Ski, Schneehaus und Chai

Am nächsten Tag war Wochenende! Ich fuhr zuerst trainieren, um nicht zu viel von Chris' Übungen zu vergessen. Mit einem Ski laufen, ohne Stöcke laufen, mir vorstellen, schnell den anderen Fuß unter meinen Körper zu bringen, Beinarbeit ohne Stöcke aber Stockarmbewegung. Eintakter mit nur leicht auf gesetzten Stöcken, Zweitakter über rechts mit der Vorstellung, mit der rechten Hand ans Telefon zu gehen (damit ich meine Arme nicht so weit ausstelle und mehr Kraft in den Abstoß legen kann), die Knöchel ganz entspannt lassen, bergauf mehr in die Knie gehen, die Hüfte vorbringen, mehr über den Ski kommen, beim Eintakter den „Absprungzeitpunkt“ nicht von den Stöcken diktieren lassen usw usf. Es war anstrengend und ich merkte auf einmal ganz andere Muskelgruppen als sonst. Aber so gingen die 1,5h auch schnell herum. Sonst trainiere ich eigentlich fast nie so lange am Stück und wenn dann nicht nur eine Technik.

Währenddessen hatte Thomas mit Karla ein Schneehaus gebaut. Danach fuhr Thomas nach White Pine trainieren und ich bespaßte Karla und gegen halb 1 schlief sie auch für fast 1,5h ein. Dann gab es Kaffee und Kuchen und Frank, Denise und die Kinder holten uns auf einen Spaziergang zum Starbucks ab. In der schon warmen Sonne ließ es sich draußen bei Chai Latte gut aushalten. Dort trafen wir noch eine Deutsche mit Kind aus Köln und hielten ein Schwätzchen. Gegen 5 Uhr waren wir wieder zuhause und aßen noch schnell eine Pizza, bevor ich um 6 Uhr zu Frank und Denise ging, um die Kinder ins Bett zu bringen. Frank und Denise waren zum Essen verabredet und wir haben uns mal wieder vorgenommen, auch einmal auszugehen.

So, das wäre geschafft!

So, das wäre geschafft!

Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren

Schneeschuhwanderung im Big Cottonwood Canyon

Am Sonntag holten wir Frank, Denise, die Kinder und Thomas' Kollegen Thomas zum Schneeschuhwandern in Solitude ab. Die Kinder machten gut mit. Karla und Bruno waren in den Kraxen und Emma und Claire mal im Schlitten, mal zu Fuß unterwegs. Insgesamt dauerte die Wanderung zwar nur eine gute Stunde, aber da es am Ende nach Schneesturm aussah und die Kinder sowieso nicht noch länger gut gelaunt gewesen wären, war das ok so. Karla hat überhaupt nicht gemeckert und zwischendurch auch mal in ihrem Buch geblättert. Dann fuhren wir mit einem kostenlosen Shuttlebus wieder hoch und fuhren nach Hause. Im Sommer muss es dort grandios zum Wandern sein...

Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren

Heißes Bad mit Kuchen und mit Spinat gefüllte Hühnchen

Karla war dann total fertig und schlief fast eine Stunde im Auto. Der Teddy war auch ganz knülle. Dann ging es noch in die Badewanne mit dem Papa und dann wieder zu Frank und Denise zum Abendessen bis ca. 20 Uhr. Die Kinder waren total aufgedreht und Karla "sprach" viele englische Wörter, weil Emma, Claire und Bruno untereinander Englisch reden. Als wir nach Hause fuhren, sagten wir so im Scherz, dass Karla ja jetzt auch bald die Fremden, die sie sonst mit "Hi!" auf der Straße grüßt, mit "Hi, Guys!" ("Hallo, Leute!") oder "Hi, how are you tonight" begrüßen kann. Und was sagt Karla? "Hi, guys!" Wir haben uns nicht mehr eingekriegt vor Lachen! Außerdem hat sie heute in der Badewanne ihren ersten 2-Wort-Satz gesagt: Kuchen, mehr! Der Kuchen wurde dann auch sogleich ins Wasser getaucht, aber trotzdem noch gegessen. War wohl etwas trocken ;-)

Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche!

Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren
Viele kleine Schritte & Auf Big Foots Spuren

Samstag, 16. Februar 2013

Sie haben bestanden! Teil 2

Sie haben bestanden! Teil 2

Am Donnerstag waren gleich mehrere wichtige Tage in Einem. Zum Ersten war es natürlich für den Rest der Welt, oder zumindest der USA, Valentinstag. Zum Zweiten war es für mich der Tag meiner praktischen Führerscheinprüfung und zum Dritten auch noch mein 33. Geburtstag. Der erste Anlass war für mich weniger interessant. Für Thomas hatte ich jedoch ein Paar Skistockspitzen beim Sportladen unseres Vertrauens in der Innenstadt aufgetrieben. Eigentlich hatte ich nach einem Paar neue Langlaufhandschuhe für Thomas gesucht. Seine sind regelmäßig nach einer Skisaison dahin, da bei ihm offenbar gewaltige Kräfte wirken. Leider war ich wohl etwas zu spät in der Saison dran und in seiner Größe gab es keine mehr. Dann fiel mir ein, dass er sich immer über die zu kleinen Teller an seinen Skistockspitzen beschwert und er deswegen (und natürlich wegen seines Gewichts) zu tief in den Schnee einsinkt. Ich wusste, dass er schon mal danach gefragt hatte und sie nur geringfügig größere hatten, die ihn nicht zufrieden gestellt hatten. Als ich danach fragte, stellte sich heraus, dass sie vor kurzem welche von einem Stockpaar abgenommen hatten, die ich einfach so haben konnte. Die sahen vielversprechend aus und Thomas hat sich auch sehr darüber gefreut.

Das war mein Valentinstag…

Auch Karla hat etwas bekommen, von Mason und Johnny

Auch Karla hat etwas bekommen, von Mason und Johnny

Sie haben bestanden! Teil 2

Nach dem gemeinsamen Frühstück brachte ich Karla in die Kita und fuhr zum Straßenverkehrsamt. Dort hatte ich um 8:30 einen Termin zur praktischen Fahrprüfung. 7:45 war ich dort. Das Amt hatte noch nicht einmal geöffnet. Ich war aufgeregt. Schon in der Nacht hatte ich Albträume von der Prüfung, obwohl ich das Gefühl hatte, gut vorbereitet zu sein. Da saß im Traum eine Mischung aus der grantigen Sachbearbeiterin, die mir schon bei der Anmeldung das Leben schwer gemacht hatte, und Noch-Papst Benedikt XVI. neben mir und kritzelte eifrig etwas auf sein/ihr Klemmbrett, während ich einen Fehler nach dem anderen beging – vergaß zu blinken, Schulterblick zu machen, Linien und Stoppschilder überfuhr….

Leider ging die Realität nicht viel besser los. Als das Amt um 8 Uhr öffnete und ich kurz danach die Vorhalle betrat, sah ich sofort den Drachen am allgemeinen Aufnahmeschalter sitzen und beschloss, diesen zu umgehen, bevor sie mich erspähte und nach Alaska deportieren lassen konnte. Von da an lief alles „smooth“. Am „Road Testing“-Schalter traf ich auf eine Frau, die etwas älter war als ich – und nett. Es stellte sich dann auch heraus, dass sie keine Beamtin ist. Nachdem ich angegeben hatte, dass meine Augenfarbe entgegen meiner vorübergehenden Fahrerlaubnis nicht braun, sondern blau ist, konnte es losgehen. Hier absolviert man die praktische Prüfung mit dem eigenen Auto, was ich persönlich besser finde - schon allein beim Einparken. Wenn man keines hat, kann man zu einem privaten Prüfungsunternehmen gehen, das etwas teurer ist und einem das Auto stellt.

Ich fuhr den frisch gewaschenen Toyota vor und meine Prüferin fragte noch einmal, wie es mir geht. Es klang ehrlich und ich sagte ihr, dass ich etwas nervös sei. Sie gratulierte mir zum Geburtstag und erklärte mir freundlich, was sie alles abprüfen würde, ob ich das könne und wies mich noch einmal darauf hin, das Blinken und den Schulterblick nicht zu vergessen. Denn wenn ich es mehr als 3 Mal vergäße, müsse sie es als Gewohnheit bewerten (und, ich nehme an, mich durchfallen lassen). Als würde sie meinen Traum der letzten Nacht kennen, meinte sie noch, ich solle nicht nervös werden, wenn sie nebenbei auf ihr Klemmbrett schrieb…

Wir fuhren los, ich fuhr langsam, versuchte, an alles zu denken, was man normalerweise nicht macht: Blinken beim Losfahren, beim Stoppschild vor der Linie bzw. vor dem Schild anhalten, Anhalten vor dem Rechtsabbiegen bei Rot, immer schön gucken, nicht zu schnell fahren, rechtzeitig die Spur wechseln. Wir unterhielten uns ein bisschen und es stellte sich heraus, dass sie früher während des Studiums in Karlas Kita als Erzieherin gearbeitet hatte und in der Nähe von uns wohnt. Sie sei eigentlich Mathe- und Biologielehrerin und auf der Suche nach einer Stelle an einer Privatschule. Nebenbei war sie offenbar auch noch ein Mensch, denn die Prüfung kam mir überhaupt nicht wie eine Prüfung vor. Wir plauderten wie alte Bekannte, während ich auf ihr Geheiß ein ums andere Mal links und rechts abbog, die Spuren wechselte, einen U-Turn machte, in 3 Zügen wendete, seitlich einparkte, ihr erklärte, wie man das Lenkrad beim Parken bergab einschlagen musste usw. Ehe ich mich versah steuerten wir schon wieder auf das Gelände des Straßenverkehrsamtes zu und gingen hinein, um die Prüfung zu besprechen. Alles in allem hatte das vielleicht 15 bis 20 Minuten gedauert. Am Ende hatte ich mit 0 Fehlerpunkten bestanden und hielt meinen vorläufigen Führerschein in der Hand! Wir verabschiedeten uns und vielleicht sieht man sich mal in der Nachbarschaft.

Sie haben bestanden! Teil 2

Erleichtert fuhr ich nach Hause und konnte endlich meinen Geburtstag genießen! Der hatte ja mit einem schönen Frühstück zu dritt und der Gratulation und Geschenkübergabe von Thomas begonnen. Ich bekam eine schöne Skilanglaufmütze von Skida, die gleich zur Fahrprüfung getragen hatte, und eine Skating-Unterrichtsstunde bei Chris gleich für den nächsten Tag.

Da ich nur bis zur Fahrprüfung hatte denken können, hatte ich für den Tag nichts weiter geplant und verbrachte ihn laufend, in der Badewanne liegend, skypend, E-Mails und richtige Post lesend, telefonierend, einkaufend, Kaffee trinkend und Kuchen essend mit Denise und spielend mit Karla bis Thomas um 5 Uhr nach Hause kam. Wir fuhren dann noch zum Outdoorladen REI, um nach einem Sonnenschutz für die Kraxe zu suchen. Leider ergebnislos – doch Karla hatte ihren Spaß. Seht selbst… und dann war der Tag auch schon wieder vorbei!

Vielen Dank für all eure Glückwünsche!!!

Karla macht es sich in der Campingmöbelabteilung bequem

Karla macht es sich in der Campingmöbelabteilung bequem

Kein Sonnenschutz für die Kraxe? Dann eben Frau mit Hut!
Kein Sonnenschutz für die Kraxe? Dann eben Frau mit Hut!

Kein Sonnenschutz für die Kraxe? Dann eben Frau mit Hut!

Sie haben bestanden! Teil 2
Sie haben bestanden! Teil 2

Mittwoch, 13. Februar 2013

Süd-Utah: Mekka der Freerider

Süd-Utah: Mekka der Freerider

Die USA ist das vermeintliche "Land of the Free" (Land der Freien) und Süd-Utah das Mekka der Freerider. Freerider fahren gefährliche Bergab-Manöver mit dem Mountainbike und nehmen dafür viel Training, Stürze in den Staub und Materialbruch in Kauf... Alles nur für ein gutes Foto oder einen guten Film - und natürlich den Spaß an der Sache.

Dienstag, 12. Februar 2013

Dienstag & Mittwoch

Dienstag & Mittwoch

Montag war ich ja sehr beschäftigt mit Ölwechsel, Valentinstagsgeschenk für Thomas besorgen, einkaufen usw. Am Dienstag ließen wir den Tag etwas ruhiger angehen und fuhren zu zweit auf die SR 65. Das ist eine schöne, breite Straße, die wir im Herbst schon mit dem Rennrad zum Big Mountain Summit hochgefahren sind. Diese ist nun gänzlich zugeschneit und für den normalen Verkehr gesperrt. Nur Langläufer und Schneemobilfahren dürfen sie befahren. Unser Skiverein TUNA (The Utah Nordic Alliance) hat sie präpariert und gespurt. Im Gegensatz zu Mountain Dell oder anderen Skigebieten kostet es nichts, dort zu trainieren. Morgens um halb 9 sind dort allerdings nicht allzu viele Leute unterwegs. Leider waren aber wohl am Tag zuvor Schneemobile unterwegs, die nicht gerade Rücksicht auf eine schön präparierte Loipe nehmen. Na ja, es war kalt, aber nett! Es ist auch schön für den Kopf, mal auf einer anderen Strecke zu trainieren. Danach fuhr Thomas dann zur Arbeit und ich widmete mich mal wieder Haushalt, Skype mit Freunden und dem Abendessen. Wenn ich mal mehr Zeit habe, darf es auch mal Lasagne sein...

Links die Langläufer, rechts die Schneemobile und nicht zu schnell fahren!
Links die Langläufer, rechts die Schneemobile und nicht zu schnell fahren!

Links die Langläufer, rechts die Schneemobile und nicht zu schnell fahren!

Dienstag & Mittwoch

Dann gegen 3 Uhr holte ich Karla aus der Kita ab und wir gingen noch in einen Buchladen. Buchläden sind für mich immer wie Urlaub. Ich muss mich immer sehr beherrschen, nicht zu viele Bücher zu kaufen. Bisher klappt das hier ganz gut. Und der Barnes & Noble verbreitet ein gemütliches Flair, was vielleicht auch dem integrierten Starbucks geschuldet ist. Ich wollte sehen, ob sie auch die Zeitung „Park Record“ verkaufen. Dem war aber nicht so. Karla hatte inzwischen schon am Kaffeetisch bei Starbucks Platz genommen. Aber dann entdeckte sie die Rolltreppe. So fuhren wir etwa 10 Mal hoch und wieder runter. Nochmal, Karla? Ja! Ja! In dem Alter ist es noch so leicht, sie zu unterhalten :-)

Am Abend war dann Kindersport in der Little Gym angesagt, wo wir auf Thomas trafen. Karla kann es immer gar nicht abwarten, bis sie die Geräte erkunden gehen darf und macht sich meistens schon in der Eröffnungsrunde selbstständig. Seht selbst...

Dienstag & Mittwoch
Dienstag & Mittwoch
Dienstag & Mittwoch
Dienstag & Mittwoch
Auf Holz gebissen: Karla bekommt jetzt ihre Schneidezähne.
Auf Holz gebissen: Karla bekommt jetzt ihre Schneidezähne.

Auf Holz gebissen: Karla bekommt jetzt ihre Schneidezähne.

Dienstag & Mittwoch

Zur Zeit schläft Karla schlecht ein, nachdem sie eine lange Phase hatte, in der sie super eingeschlafen ist. Auch wacht sie gerade häufiger auf und lässt sich schwer beruhigen. Da ich dann nicht ewig mit ihr auf dem Arm an ihrem Bett stehen will, nehme ich sie manchmal mit in unser Bett oder schlafe mit ihr im Arm auf dem Kinderzimmerboden – mit dem Ergebnis, dass wir dann alle drei oder zumindest ich schlecht schlafe(n). Häufig wacht Karla schreiend, wahrscheinlich aus einem Traum, auf und ruft nach „Mama“ oder „Papa“ oder sagt ängstlich „Auto“. „Auto“ scheint momentan der Inbegriff von Angst für sie zu sein. Wir wissen aber nicht warum, denn in unser Auto klettert sie gern.

Am Mittwoch lag Thomas mit Magen-Darm-Infekt danieder. Am Montag war Frank zuhause geblieben, weil es ihn erwischt hatte. Die halbe Nacht verbrachte Thomas auf der Toilette und konnte auch am Mittwoch kaum etwas zu sich nehmen. Er schlief die meiste Zeit. Mittlerweile geht es ihm wieder besser. Dafür bin ich jetzt seit ein paar Tagen ziemlich erkältet. So etwas passiert doch immer, wenn man Urlaub hat, oder?! Zum Glück stehen dieses Wochenende keine Wettkämpfe an.

Ich war dann am Morgen mit Denise in Mountain Dell skilaufen. Dort traf ich natürlich auch auf Barry – Thomas' Konkurrenten um die WCS-Langlaufserie und Vieltrainierer. Denise und ich drehten eine Runde bei schönstem Sonnenschein, Denise in der Spur und ich auf schönem „Corduroy“. So nennt man die Rillen, die das Spurgerät hinterlässt und auf denen es sich gut skaten lässt. Gleich im Anschluss waren wir mit Antje, einer weiteren Deutschen, in dem Café „Alchemy“ (Alchemie) verabredet. Es gab hervorragenden „Anti-Iversion“-Tee mit viel Vitamin C und Ingwer in einer riesigen Tasse. Genau, was ich brauchte. Antje ist mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern nur wenige Wochen nach uns aus Göttingen hierhergezogen. Florian arbeitet für einen deutschen Prothesenhersteller und wurde für ein paar Jahre hierher entsandt. Als wir uns das letzte Mal sahen, hatte sie gerade ihre praktische Fahrprüfung vor sich, die ich am Donnerstag vor mir hatte. Ich quetschte sie darüber aus und es stellte sich heraus, dass sie bei der Anmeldung zur Theorie bei Weitem nicht die Probleme mit dem 2. Adressnachweis hatte wie ich. Sie meinte, auf ihren Nachweisen stand immer nur ihr Mann (sie hat einen Doppelnamen) und es sei kein Problem gewesen. Tja, es war wohl doch mein Gesicht...

Da wir am Wochenende mit Frank und Denise und den Kindern eine Schneeschuhwanderung machen wollen, mussten wir noch sehen, wo wir eine Kraxe für unseren kleinen Klops herkriegen. Bei dem Second Hand-Laden "Kid to Kid", wo wir schon Karlas Dreirad erstanden hatten, wurde ich fündig. Neu kosten sie meist so ab 200 Dollar. Dieses Modell hatte zwar keinen Sonnen-/Regenschutz kostete aber nur 50 und nach Rücksprache mit Thomas kaufte ich es. Den Schutz müssen wir dann noch nachrüsten. Vielleicht kann man da ja auch selbst was bauen. Karla fand die Kraxe zwar erst einmal interessant und wollte hinein, aber nachdem sie auf Thomas Rücken den Boden unter den Füßen verlor, schrie sie bis er sie wieder absetzte. Ich setzte die Kraxe dann auf und steckte den Teddy rein. Das war offenbar genauso schlimm und Karla gab erst Ruhe, als sie Teddy herausziehen durfte. Mal sehen, wie das am Wochenende so wird...

Am Nachmittag fuhren wir das Auto in eine neu eröffnete Waschanlage in der Nähe. Es war das erste Mal, dass ich ein Auto in so eine Anlage fuhr. Ich dachte aber, vor meiner Fahrprüfung, die für Donnerstag anstand, könnte ich schon mal 5 Dollar investieren. Ich hatte erst versucht, unseren schönen Highlander selbst per Hand zu waschen, musste aber einsehen, dass Aufwand und Ergebnis gerade im Vergleich zur Waschanlage in keinem Verhältnis standen. Die Salzstreifen war noch immer gut sichtbar... Nach einer Runde durch Mister Hotshine blitzte der Gute wieder!

Dann holte ich Karla ab und zu dritt waren wir noch auf dem Spielplatz. Thomas und ich waren beide recht fertig und müde. Und vor allem recht appetitlos. Abendessen fiel aus. Nur Karla war noch mopsfidel und ließ sich noch bis 7:15 bespaßen, bevor sie endlich einschlief. Ich schlief schlecht, denn in Gedanken und Träumen war ich schon bei meiner Fahrprüfung am nächsten Tag...

Denise, Antje und ich im "Alchemy". Freitags gibts hier Live-Musik.
Denise, Antje und ich im "Alchemy". Freitags gibts hier Live-Musik.

Denise, Antje und ich im "Alchemy". Freitags gibts hier Live-Musik.

Die Kraxe ist noch gewöhnungsbedürftig

Die Kraxe ist noch gewöhnungsbedürftig

Auf dem Weg zum Spielplatz gibt es viel Interessantes zu sehen. Auch Thomas braucht frische Luft.
Auf dem Weg zum Spielplatz gibt es viel Interessantes zu sehen. Auch Thomas braucht frische Luft.

Auf dem Weg zum Spielplatz gibt es viel Interessantes zu sehen. Auch Thomas braucht frische Luft.

Alle hängen ab
Alle hängen ab
Alle hängen ab

Alle hängen ab