Samstag, 4. Mai 2013

Brennend heißer Wüstensand... Teil V

Brennend heißer Wüstensand... Teil V

Tag 6: Auf zum Grand Canyon!

Am nächsten Morgen fuhren wir aufgrund eines Erdbebenschadens auf der US 89 (siehe Bild rechts) leider einen in einem weiten Bogen zum Grand Canyon. Nach alledem, was wir schon gesehen hatten, hatte ich fast ein wenig Angst, dass mich der so von allen Reiseführern gerühmte Grand Canyon gar nicht mehr beeindrucken würde. Auf den ersten Blick wirkte er auf mich tatsächlich erst einmal nicht so berauschend wie ein „Delicate Arch“. Das lag vielleicht daran, dass wir am Tag der Anreise schon im Nationalpark am Rande des Grand Canyons entlang fuhren und immer wieder anhielten, um einen Blick darauf zu werfen. Karla war darüber überhaupt nicht „amused“, weil sie so nicht zum Einschlafen kam (sie schläft ja recht schwer ein – vor allem im Auto). Doch zum Glück machte sie auf dem Weg ins Hotel in Tusayan noch ein 20-minütiges Powernapping und war danach bis 20 Uhr erfrischt.

Das ständige kurze Anhalten an Aussichtspunkten ist nicht unser Ding, stellten Thomas und ich fest. Es ermüdet und eigentlich „erlebt“ man den Grand Canyon nicht, sondern starrt einfach nur in einen Abgrund – und das Gefühl in einen „Abgrund“ zu blicken, wenn auch einen beeindruckenden, wird dem Grand Canyon nun wirklich nicht gerecht. An diesem Tag war der Grand Canyon auch etwas wolkenverhangen, was sich vielleicht auch ein wenig auf unsere Stimmung niederschlug. Hotel und Abendessen entschädigten uns jedoch hinlänglich. Das Best Western war sehr komfortabel. Es gab sogar ein ausziehbare Wäscheleine über der Badewanne! Das wünsche ich mir für den Winterurlaub in Oberammergau :-)

Karla war wieder gut gelaunt und in Omas und Opas Obhut, als Thomas und ich noch einmal eine Laufrunde Richtung Canyon drehten. Bei mir ging es sehr schlecht. Vielleicht lag es an der Höhe. „Zuhause“ in Salt Lake City trainieren wir ja immer auf 1500 / 1600 Metern Höhe. Hier waren wir etwa auf 2200 Metern. Um es mit dem Autofahren zu vergleichen: Das fühlt sich in etwa so an, als würde man mit angezogener Handbremse fahren. Das Auto fährt schon, aber zieht nicht wirklich und beschleunigen kann man auch nicht. Beim Laufen kamen wir bei den „Apache Stables“ [Äpätschie] vorbei, wo man jeden Tag eine Stunde mit Führer ausreiten kann. Wir erfragten die Zeiten für den nächsten Tag und rannten weiter. Der Auskunft gebende Cowboy hat bestimmt gedacht: Stadtmenschen! Ich glaube, wir leben in unterschiedlichen Zeitzonen: Er wirkte, als wäre die Zeit bei ihm stehengeblieben, redete langsam und bedächtig. Und wir kamen angerannt, tippten auf unseren Uhren herum, um die Stoppuhr auszusetzen, und stellten Fragen, die ihm im Vergleich zu seiner Sprechgeschwindigkeit wie aus der Pistole geschossen vorgekommen sein mussten.

Endlich wieder im Hotel, ging es schnell unter die Dusche und zum Abendessen. Wir hatten uns ein gut besuchtes mexikanisches Familienrestaurant entschieden. Karla war begeistert. Sie sagte generös „Hi“ zu den Kellnerinnen, die dann auch von ihr begeistert waren. Vor allem liebte sie die Tacos, die vorab mit scharfer und milder Soße serviert wurden. Sie sah, wie wir sie aßen und schaufelte genauso wie wir die milde Salsa auf den mexikanischen Maiscracker. Wir mussten zweimal Salsa allein für Karla nachbestellen! Auf dem Rückweg war es zwar erst 19:30 nach Arizona-Zeit, also 20:30 nach Utah-Zeit, aber wir waren alle schon ziemlich knülle. Jeder zog sich zurück und Karla ging gleich ins Bett.

Am nächsten Tag sollten wir den Grand Canyon wirklich erleben...und sehen, warum er nicht einfach nur "Big Canyon" heißt, sondern GRAND Canyon!

Zwischenstopps auf der Anreise
Zwischenstopps auf der Anreise
Zwischenstopps auf der Anreise
Zwischenstopps auf der Anreise

Zwischenstopps auf der Anreise

Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon
Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon
Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon
Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon
Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon
Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon
Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon

Der erste Aussichtspunkt mit Blick auf den Grand Canyon

Am zweiten Aussichtspunkt...
Am zweiten Aussichtspunkt...
Am zweiten Aussichtspunkt...
Am zweiten Aussichtspunkt...
Am zweiten Aussichtspunkt...

Am zweiten Aussichtspunkt...

Donnerstag, 2. Mai 2013

Brennend heißer Wüstensand... Teil IV

Brennend heißer Wüstensand... Teil IV

Tag 5: Lake Powell mit Rainbow Bridge

Am Nachmittag unseres vierten Tages war ich mit Werner noch zum Hafen "Wahweap Marina" gefahren, um uns über Bootsfahrten für den nächsten Tag zu erkundigen. So brachen wir am nächsten Morgen um 7:30 Ortszeit auf, was nicht allzu schlimm war, denn für uns war es nach Utah-Zeit bereits 8:30, da Arizona nicht auf Sommerzeit umstellt. Außerdem wacht unser Biowecker namens Karla sowieso immer recht früh auf. Was schlimm war, waren die Massen von Menschen um 6:30 am Büffet, vorwiegend Franzosen. So viele Menschen am frühen Morgen bin ich irgendwie nicht mehr gewöhnt. Vielleicht die Folgen des Homeoffice? ;-)

Unser Boot war ein mittelgroßes Motorboot mit Ober- und Unterdeck. Wir blieben erst einmal unten, da es doch recht kalt und windig, wenngleich sonnig, war. Leider war mein Ersatzakku für meine Kamera offenbar nicht richtig aufgeladen, sodass ich nicht sehr viele Fotos machen konnte. Aber es kommen demnächst sowieso noch Fotos von Thomas' Eltern.

Zu Beginn unserer Bootstour machte unser Kapitän einen kurzen Abstecher zum Glen Canyon Dam. Wie bereits erwähnt, ist der See „Lake Powell“ aus dem aufgestauten Colorado River entstanden. Der Glen Canyon Dam wurde 1963 fertiggestellt. Seitdem ist er zum Erholungsgebiet vieler Amerikaner geworden. Jedes Jahr strömen etwa 3 Millionen Besucher hierher. Man kann z. B. ein Hausboot mieten, was dann pro Woche zwischen 4.000 und 15.000 Dollar kosten kann. Einige davon konnten wir auch bewundern. Auf dem Foto unten sieht man eher die bescheideneren Modelle.

Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV

Noch immer mutet Lake Powell wie ein Fluss an. Unser Boot bahnte sich seinen Weg auf dem See, wobei wir andere Häfen und vor allem viele Mesas und Buttes am Ufer passierten. Ab und zu sah man ein Hausboot ankern. Und erst dann, mit dem Größenvergleich vor Augen, wurde mir klar, wie hoch die Wände um uns herum waren – oder besser gesagt, wie tief und breit der Canyon unter uns einst gewesen sein musste. An den Wänden des Canyon sieht man unter dem roten Stein weiße Streifen – die sogenannten Badewannenstreifen oder -ringe. Dabei handelt es sich um Kalziumkarbonat, dass sich abgelagert hat, als der Stausee noch einen höheren Wasserstand hatte. Dieser geht jedoch seit Jahren zurück. Dank Audio-Guide erfuhren wir viel über den See, die Seitenarme bzw. weitere Canyons und deren Geschichte und nicht zuletzt über unser eigentliches Ziel: Die Rainbow Bridge.

Rainbow Bridge National Monument

Die Regenbogenbrücke ist auf dem Landweg nur schwer erschlossen und hätte eine 14 Meilen lange Wanderung erfordert, die wir schon allein wegen Karla nicht erwägen konnten. Einst war der Wasserstand des Sees so hoch, dass man mit dem Boot bis nahe an die Brücke fahren konnte. Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt und 80 zurückgelegten Seekilometern erreichten wir den Flussarm, der zur Rainbow Bridge führte. Die Spannung stieg mit dem sich verengenden Flusslauf, der sich hinter jeder neuen Biegung zeigte. Wir gingen an einem schlichten Steg vor Anker und begaben uns mit der schlafenden Karla in der Trage auf die 1 km-Wanderung. Allein der Weg dorthin war schon sehr beeindruckend. Mitten im Canyon zu sein, der im Übrigen erstaunlich grün war... Ich kam mir in eine andere Zeit versetzt vor – nicht in eine andere Zeitzone, sondern eine andere Ära. Wäre ein Dinosaurier um die Ecke gebogen, es hätte mich wahrscheinlich nicht sehr gewundert. Trotzdem hier jedes Jahr viele Besucher sein müssen, hatte dieser Ort etwas Unberührtes. Der Canyon war meinem Eindruck nach von einer besonderen Stille erfüllt. Es ist nicht erstaunlich, dass dies für die Navajo-Indianer ein heiliger Ort ist. Deshalb wird seit 1995 darum gebeten, auf dem Weg zu bleiben und die Brücke nur von einem Aussichtsbereich zu betrachten, anstatt sich der Rainbow Bridge zu nähern oder hindurchzugehen. Nach einer Legende retteten sich einige Navajo vor einer Sintflut durch die Brücke, die die einzige Öffnung zwischen der einstigen Vorwelt und der Welt von heute darstellt. Eine andere Geschichte lautet, dass die Navajo von Feinden bedroht wurden und zwei Brüder zu ihrem himmlischen Vater auszogen, um Krieger zu werden und ihr Volk zu verteidigen. Ihr Vater gab ihnen Pfeil und Bogen und die Gabe, damit umzugehen. Sie kamen über den steinernen Regenbogen aus dem Himmel wieder und retteten ihr Volk. Die Rainbow Bridge ist die größte natürliche Steinbrücke der Welt. Sie ist 88 m hoch und hat eine Spannweite von 82 m. Oben ist sie 10 m breit und 12 m dick. Entstanden ist sie nach weltlicher Theorie durch den Colorado River. Zu Beginn wand er sich wahrscheinlich um eine Landzunge, die nach und nach durch den Druck des Flusses durchbrochen wurde und den Bogen formte (siehe Foto oben).

Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Brennend heißer Wüstensand... Teil IV
Rainbow Bridge heute und gestern - mit und ohne Wasser
Rainbow Bridge heute und gestern - mit und ohne Wasser

Rainbow Bridge heute und gestern - mit und ohne Wasser

Nach einer kurzen Pause am Bogen ging es zurück zum Boot. Insgesamt hatten wir 1,5 Stunden Zeit für den Landgang. Danach ging es 2,5 Stunden zurück. Auf dem Rückweg hielten wir noch am Museum am Damm an, doch ich zumindest war nicht mehr in der Lage, mehr Informationen und Bilder aufzunehmen. Dann ging es wieder ins Hotel und zum Abendbrot. Karla war schon sehr müde und ich brachte sie vorzeitig ins Hotel und ins Bett. Am Abend hatte ich noch eine Wäsche im Hotel angesetzt. Das war leider mit einer weniger schönen Erfahrung mit zwei anmaßenden Personen verbunden. Sie hatte einfach unsere fertige Wäsche aus der Waschmaschine genommen und die Waschmaschine und gleich noch den Trockner belegt. Auf dem lag dann unsere nasse Wäsche. Das kann man ja noch irgendwie verstehen, aber als der Trockner fertig war, wollten sie allen Ernstes ihre neue Wäsche auch noch hineintun, obwohl unsere an der Reihe gewesen wäre. Sie fuhren Thomas und mich abwechselnd an (einer musste ja bei Karla bleiben), dass sie 2 Stunden gewartet hätten, dass jemand unsere Wäsche rausnimmt (eine glatte Lüge), die uns beide sehr erboste. Thomas wollte am liebsten handgreiflich werden, meinte er – und das will was heißen!

Ich meine, das klingt wahrscheinlich so kindisch, aber gleichzeitig ist das so ein dreistes Verhalten, dass es uns beide sehr aufregte. Ich sagte das den beiden auch, aber ich denke, das prallte an denen ab. Abends im Bett hoffte ich nur, dass sie mir nicht am nächsten Morgen am Büfett über den Weg laufen würden, weil ich dann nicht gewusst hätte, ob mir nicht der Kaffee in deren Gesichter gefallen wäre. Thomas hatte an der Rezeption erfahren, dass es noch eine anderen Trockner gab, den er dann mit unserer Wäsche befüllte.

Am nächsten Tag ging es ohne Zwischenfälle am Büfett weiter zum Grand Canyon... Fortsetzung folgt!

Mittwoch, 1. Mai 2013

Brennend heißer Wüstensand... Teil III

Brennend heißer Wüstensand... Teil III

Tag 4: Lower Antelope Canyon & Colorado River

Nach einem ausgewogenen Frühstück in unserer Lodge mit mitgebrachten und unterwegs gekauften Köstlichkeiten machten wir uns auf den Weg zum Lake Powell, genauer gesagt, nach Page. Das Gebiet im südlichen Utah bzw. nördlichen Arizona ist so dünn besiedelt, dass meist nur eine Stadt als Übernachtungsort in der Nähe der jeweiligen Touristenattraktion in Frage kommt. Auf dem Weg nach Page hielten wir am unteren Antelope Canyon an, der uns in Christines Reiseführer als wunderbares Erlebnis geschildert wurde, und von dem ich auch schon einige Bilder gesehen hatte. Auch dieser liegt im Navajo-Reservat, sodass zum eh schon gepfefferten Eintrittspreis noch ein Navajo-Zuschlag für den Pflicht-Guide kam. Zum Glück waren wir eingeladen :-) Für den saftigen Eintrittspreis gab es dann aber nur eklige Dixie-Klos auf dem Parkplatz. Na ja... Zugegebenermaßen war unser Führer jung und nett. Natürlich hat er einen Navajo-Namen, meinte aber, wir können ihn auch einfach „Gibb“ nennen. Gibb war so freundlich uns auf die besten Stellen und Formen (z.B. da ist ein Indianerkopf) zum Fotografieren hinzuweisen. Damit nicht genug, gab er Anweisungen zum richtigen Fotografieren, ja, nahm sogar einem Besucher die Kamera aus der Hand, um ihm das richtige Foto zu schießen. Mit mir und einigen anderen ging er nochmals zurück, um uns fotografische Motive zu zeigen, die wir vielleicht übersehen haben. Der Führer war Pflicht, da es sich beim Lower Antelope Canyon um einen sogenannten Schlitz Canyon (Slot Canyon) handelt, der also sehr eng ist. Wenn es auch nur in entfernten Regionen rund um den Canyon regnet, strömt jeder noch so kleine Bach dorthin und verwandelt sich auf dem Weg in einen reißenden Fluss, der sich dann in den Canyon ergießt – und zwar mit solcher Schnelligkeit und Wucht, dass kein Besucher der Canyons der Sturzflut entkommen könnte. Glaubt ihr nicht? Dann seht euch mal die Bilder an! 1997 sind hier 11 Touristen, darunter viele Franzosen, eben in so einem Szenario ums Leben gekommen, da sie trotz Regenwarnung in den Canyon gegangen waren. Am Morgen hatte es beim Losfahren nach Regen ausgesehen, doch nun schien die Sonne und die Natives hatten keinerlei Bedenken. Um 10:40 Uhr Ortszeit konnte es losgehen.

Auf dem Weg dorthin war die Landschaft erstaunlich unspektakulär und wir fragten uns, wo hier so ein wunderbares Naturerlebnis auf uns warten sollte. Tatsächlich hat der Antelope Canyon weniger Ähnlichkeit mit einem Flussbett, sondern mehr mit einer Höhle. Wir mussten erst einmal in ihn hinabsteigen. Der Canyon war so schmal, dass Thomas mit Karla in der Trage mitunter Probleme hatte, sie unbeschadet durch die Schlitze zu bringen. Karla hat davon nichts mitbekommen und fand es eher aufregend, denke ich. Hinter jeder Biegung, hinter jedem neuen Schlitz, war eine neue Windung zu entdecken, die über undenkbar viele Jahre vom Wasser hineingefressen und geprägt worden war. Es war kühl, doch wo Sonne hinkam, wurde es warm – auch vom Anblick des warmen, gewundenen Steins, der teilweise funkelte und dem Sand, der daran klebte und am Boden alle Töne dämpfte. Nur hier und dort waren Treppen oder einzelne Stufen in den Stein gehauen oder geschraubt worden, um den Canyon besser zugänglich zu machen. In den höher gelegenen Vorsprüngen und anhand vereinzelter Federn am Boden waren Vogelnester zu erahnen. Mitten im Bauch den Canyons stießen wir auf ein Filmteam, das auf engstem Raum „Mittagspause“ zu halten schien. Und auf einige professionellere Fotografen, die ob ihrer Leibesfülle mitunter Mühe hatten, zum besten Motiv vorzudringen.

Hätte es eine Sturzflut gegeben, keiner hätte überlebt, denn der Canyon wirkte fast so, als würde er sich über unseren Köpfen wieder verschließen wollen... Lang ist der Canyon nicht, doch hatten wir erst nach ca. 1,5 Stunden wieder unverstellten Blick auf die Sonne, da jeder häufig stehenblieb, um zu fotografieren, eine Enge zu passieren oder einfach nur zu staunen. Tatsächlich ein Wunder der Natur!

Der Einstieg zum Antelope Canyon

Der Einstieg zum Antelope Canyon

Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Brennend heißer Wüstensand... Teil III
Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?
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Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?
Da wird einem schwindelig, oder?

Da wird einem schwindelig, oder?

Brennend heißer Wüstensand... Teil III

Der Colorado River in der Hufeisenkurve

Danach hielten wir Vespa in der Sonne. Und weiter ging es. Vom Antelope Canyon noch ganz eingenommen, suchten wir uns ein nicht weniger spektakuläres Plätzchen mit Blick auf den kühl wirkenden Colorado River. Und zwar an einem der bekanntesten Ausblicke: dem Horseshoe Bend. Dieser heißt so, weil der Fluss hier eine Biegung in Form eines Hufeisens um einen Fels herum macht. Vom Parkplatz war dieser Aussichtspunkt über eine 1 km-Wanderung über eine Art Düne zu erreichen. Dort angekommen konnte man sich wahrlich am Anblick berauschen. Dann wurden Fotos gemacht. Es stellte sich heraus, dass die beiden Jungs neben uns Deutsche waren. Im Canyon hatte es auch noch eine andere deutsche Familie gegeben. Man erkennt sie häufig schon an ihrer guten Outdoor-Ausrüstung. Wo der Ami Flipflops trägt, trägt der deutsche Marken-Wanderschuhe oder Teva-Sandalen. Ich bin da keine Ausnahme. Jedenfalls lautete das Echo auf Christine Feststellung, dass hier ja fast nur Deutsche seien, aus einer entfernten Ecke des Aussichtspunktes: Und Österreicher! :-)

Zurück auf dem Parkplatz quatschte uns ein Betrunkener an, der uns irgendwas verkaufen wollte. Er war so dicht, dass er kaum noch reden oder stehen konnte. Wir wünschten ihm höflich einen schönen Tag und gingen zu unseren Autos. Kurz darauf hielten wir an einer Tankstelle, um zu tanken und Bier zu kaufen (endlich wieder in Arizona). Ich staunte nicht schlecht, als ich eben jenen Betrunkenen an der Kasse der Tankstelle mit zwei riesigen Flaschen Bier sah. Der Kassierer muss gemerkt haben, dass der Mann sturzbetrunken ist – und trotzdem verkauft er ihm das Bier ohne mit der Wimper zu zucken. Dieser Mann muss mit seinem roten Pick-Up hierher gefahren sein. Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn jemand in seinem Zustand ins Auto steigt. Den Rest des Tages beobachtete ich die Straße aufmerksamer als sonst und auch in den nächsten Tagen ertappte ich mich häufiger bei der Frage, ob am Steuer des ein oder anderen entgegenkommenden Fahrzeugs vielleicht ein Betrunkener saß...

Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell
Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell
Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell
Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell
Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell
Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell

Der Glen Canyon Dam staut den Colorado River zum Lake Powell

Meine Kamera wird dem Panorama nicht gerecht...
Meine Kamera wird dem Panorama nicht gerecht...

Meine Kamera wird dem Panorama nicht gerecht...

Am späten Nachmittag kamen wir endlich in unseren „Inn“ mit Pool an und wollten einchecken. Leider mussten wir erst einmal erfahren, dass der Pool geschlossen ist und uns mit der Rezeptionistin herumstreiten, die meinte, sie hätte nur eine, statt zwei Zimmerbuchungen vorliegen und wir müssten unseren Buchungsvermittler anrufen, der aber in UK sitzt und also gerade schlief. Sie habe damit nichts zu tun, ihr Buchungsvermittler sei eine andere Firma. Also sitzen mindestens 2 Firmen zwischen Gast und Hotel und kassieren ordentlich ab, sodass der Gast am Ende ungelogen mindestens das Dreifache des „Walk-in-Preises“ zahlt. Wir konnten jedoch dennoch einchecken und weniger später kam der Anruf, dass sich alles geklärt habe. Auf unserem Zimmer gab es erst einmal Kaffee und Kuchen mit Blick auf den Lake Powell. Ich ging noch eine halbe Stunde zum Staudamm „Glen Canyon Dam“ joggen, der den Colorado River zum Lake Powell staut und zum Wasserreservoir macht.

Zum Abendbrot kehrten wir in ein Steakhouse mit Blick auf den Damm ein, in dem uns ein Unikat von einem Kellner bediente. Er war dem Dialekt nach aus Texas, gab sich jedoch Mühe langsam und deutlich zu sprechen, damit auch Werner und Christine ihn verstehen konnten, was allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt war. Er erinnerte mich sehr stark an den Kellner von Miss Sophies Dinner for One – nur nicht betrunken. Er beriet uns bei Wein und Fleisch, erklärte uns die Salatdressings, die typische Zubereitungsweise des Steaks hier in Arizona (am offenen Feuer über Wachholderholz), brachte haufenweise Brot für den „bread lover“ Werner (wenngleich es nur weiches Zeug war), das wir am Ende auch mitnehmen sollten und fragte am Ende höflich, ob er sein Trinkgeld gleich mit auf die Rechnung setzen lassen sollte? Ob es 18, 20 oder 22 Prozent sein sollten?

Kellner bzw. Mitarbeiter in der Gastronomie in den USA verdienen einen Hungerlohn von 2 bis 4 Dollar pro Stunde. Den Rest, den sie zum Leben brauchen, müssen sie aus Trinkgeldern beziehen, weshalb diese hier in der Regel um die 20 Prozent betragen. Schwarzarbeiter müssen ausschließlich vom Trinkgeld leben. Mitunter ist der Endrechnung auch schon etwa 15 % „Gratuity“ oder „Tips“ hinzugerechnet. Das steht dann meistens vorher auf der Speisekarte – ganz klein, versteht sich. Ob es gerechtfertigt ist, so viel mehr zu bezahlen, darüber kann man sich streiten. Wenn man mehr Billigklamotten kauft, verbessern sich die Arbeitsbedingungen in Bangladesh ja auch nicht... Will heißen, man unterstützt in gewisser Hinsicht das Ausbeutung durch den Arbeitgeber.

Mit diesem Gedanken zum Abend will ich schließen und wünsche euch schon einmal einen schönen Donnerstag. Ich hatte heute frei (1. Mai – ich bin dabei!) und konnte meine erste 2-Stunden-Schicht in der Bibliothek absolvieren und alte Etiketten auf Büchern, CDs und DVDs zerstören. :-)

Davon zu gegebener Zeit Mehr :-)

Gute Nacht!

Brennend heißer Wüstensand... Teil III