Sonntag, 10. März 2013

Spannung, Spiel und Schnee

Spannung, Spiel und Schnee

Diese Woche war recht viel los. Viel Arbeit, viele kleinere Unternehmungen. Am Donnerstag waren wir abends noch mit Karla im Walmart, um eine kleine Klobrille für sie zu kaufen, da sie jetzt doch ein ums andere Mal auf das Töpfchen geht und meistens sagt, wenn sie „kaka“ machen muss. Einkaufen mit Karla ist Unterhaltung pur – für Karla. Ich, die ich für die regulären Einkäufe aller Art zuständig bin, gehe lieber ohne Karla einkaufen. Ich bin dann zwar mehr unter Zeitdruck, aber muss auch keinem Kind hinterherrennen, das gerade mit einer Packung Brot oder irgendwas Zerbrechlichem lachend vor mir wegläuft, oder quengelt im Wagen sitzt und ständig alles haben will, was im und außerhalb des Wagens zu sehen ist. Zu dritt ist es aber okay. Ich lege alles in den Korb, Thomas bespaßt Karla. Wenn wir in die Kinderabteilung kommen, bespaßt sich Karla dann alleine. Meistens sind es die Autos, die es ihr angetan haben. Auf dem obigen Foto beachte man den Winterschlussverkauf für Tarnkleidung!

Aber Karla spielt auch kreativ. So klettert sie immer lieber überall hoch, funktioniert aber den Hocker auch schon einmal als Eimer um, in den dann natürlich Teddy, Puppi und das Buch mitmüssen. Kurz danach will sie dann aber raus, weil die Füße wehtun.

Karlamobil im Walmart und Karla als StubenhockerKarlamobil im Walmart und Karla als Stubenhocker
Karlamobil im Walmart und Karla als StubenhockerKarlamobil im Walmart und Karla als Stubenhocker

Karlamobil im Walmart und Karla als Stubenhocker

Spannung, Spiel und Schnee

Karlas Impftermin und Check-up

Am Freitag hatte Karla ihren regulären „Check-up“ mit anschließender Impfung gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten (DTaP). Diese Vorsorgeuntersuchungen kosten uns hier nichts bzw. unsere Krankenkasse übernimmt ausnahmsweise 100 % und wir müssen nicht die üblichen 25 Dollar zuzahlen. Zu diesem Termin fuhren wir ins Sugarhouse Health Center, gleich bei der Kita. Karla war total entspannt. Erst wollte sie zwar nicht auf die Waage (ist wohl ein Frauending), dann wollte sie aber gleich noch einmal drauf. Im Gegensatz zu allen anderen Malen, wo ich ihren Kopf festhalten musste, damit die Ärztin ins Ohr schauen konnte, kam Karla auf Ansprache von mir zur Ärztin und hielt ihr bereitwillig ihr Ohr hin, ohne dass sie irgendjemand auch nur anfassen musste. Das Abhören und in den Mund schauen, findet sie aber nach wie vor nicht toll. Immerhin musste ich sie dieses Mal nicht komplett ausziehen. Zu ihrem Gewicht meinte die Ärztin, dass sie davon ausgeht, dass sich das bei Karla noch verwächst. Ansonsten mache sie einen sehr guten Eindruck auf sie. Sie wiegt 13,5 kg, ist aber auch 85 cm groß und hat einen Kopfumfang von 48,5 cm. Die Ärztin fragte, ob Karla mit dem Löffel essen könne usw. und war überrascht, dass Karla bei so viel Sprachenverwirrung so viel rede. In der Tat ist es häufig so, dass Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, später zu sprechen beginnen. Aber ich denke, Karla redet recht viel, weil wir ja erst hier sind, seit sie etwa 1 Jahr alt ist, sehr viel Sprachentwicklung also schon vor Konfrontation anderer Sprachen erfolgt ist. In der Kita rede sie eher wenig, in den letzten 2 Monaten erst mehr. Momentan quasselt sie in einer Tour, meistens Dinge, die wir zumindest nicht verstehen. Sie probiert sich aus, testet Laute und Wörter auf ihren Klang und schaut manchmal auch, wie wir darauf reagieren. Schui, Dubidu, Bedui und so etwas in der Art. Manchmal klingt es, als versuche sie sich selbst etwas vorzusingen. Wenn wir Kinderlieder hören, schnappt sie manchmal ein Wort auf, das sie kennt und spricht/singt es nach. Es gibt auch Lieder, auf die sie besonders mit Tanzen oder Kopfwackeln reagiert, z.B. „3 Chinesen auf dem Kontrabass“.

Jedenfalls war mir etwas bange vor dem eigentlichen Impfen. Karla hat zwar danach nie mit Fieber oder Ähnlichem darauf reagiert, aber jetzt würde sie sich sicher länger an den Pieks erinnern als noch vor einem halben Jahr. Doch weit gefehlt: Hose runter, Pieks rein, Karla verzieht kurz das Gesicht, aber nix weiter. Pflaster drauf, Hose hoch, alles schick. Allerdings wird hier weit häufiger geimpft als bei uns, sodass Karla mit Windpocken, Hepatitis B, Pneumokokken, Hib im Rückstand ist, sie aber den Impfstoff nicht da hatten und nicht gleich alles impfen konnten (was sie aber durchaus getan hätten). So haben wir in zwei Wochen noch einmal einen Termin. Am Ende des Termins darf sich das tapfere Kind dann immer einen Aufkleber aus einem Korb aussuchen. Karla steckte gleich eine ganze Handvoll davon ein. Mama legte alle bis auf den von „Dora, the Explorer“ zurück. Leider hat Thomas den zuhause entsorgt („Karla kann doch damit eh noch nichts anfangen“), bevor ich es mitbekommen konnte. Als wir rausgingen, wollte Karla die Krankenschwester auch an die Hand nehmen und sie musste uns hinaus begleiten, wovon sie ganz gerührt war. Ja, so macht das unsere kleine Karla: Mit ganz viel Charme und einem festen Griff.

Spannung, Spiel und Schnee

Mumien statt Frischfleisch

Am Abend gegen 19:30 übernahm dann Denise die schlafende Karla, damit Thomas und ich mal „ausgehen“ konnten. Wir hatte eigentlich schon seit Wochen mal ins Kino gehen wollen, aber irgendwas war immer. Darüber hinaus sind die Kinofilme hier häufig 2,5 bis 3 Stunden lang und gehen recht spät oder zu früh los. Die Filme, die im nahegelegenen Billigkino liefen, waren zudem echter Schrott. Essengehen oder Theater können wir uns momentan nicht leisten. Also gingen wir uns Mumien aus Deutschland ansehen. Nein, damit meine ich keinen Uralt-Film oder Heino. Das noch recht neue Museum „The Leonardo“ zeigt derzeit eine Sonderausstellung mit dem Titel „Mummies of the World“ und stellt in diesem Rahmen teilweise sehr gut erhaltene Mumien aus, die auf der ganzen Welt gefunden wurden. Viele davon kamen aus einer „Sammlung“ in Mannheim. Es handelte sich jedoch nicht nur um Menschen (Erwachsene, Kinder, Feten), sondern auch um Tiere. Einige der Exponate waren aufwändig einbalsamierte Exemplare, andere waren auf natürliche Weise in trockenem Wüstenklima, auf Dachböden, in natürlich belüfteten Grüften oder im Torf auf natürliche Art und Weise konserviert worden. Das Museum hat 4 Tage pro Woche bis abends um 10 Uhr geöffnet. Wir trafen gegen 20 Uhr ein und es war dennoch und trotz des hohen Preises von 22,50 Dollar pro Person recht voll. Auch viele Kinder waren anwesend, was mich erstaunte. Ich weiß nicht, ab welchem Alter ich Karla mit in die Ausstellung nehmen und was ich ihr vorher sagen würde.

Ich hatte schon die ganze Zeit ziemlichen Durst und fragte Thomas, ob wir noch was trinken gehen wollten, wenn die Zeit es zuließ. Nach einer Stunde waren wir durch und gingen noch durch einen Teil der Dauerausstellung, was auch noch einmal sehr interessant war. Am Schluss hatten wir dann nicht mehr so viel Zeit, kamen aber noch an einem Wasserspender vorbei, an dem wir beide noch etwas tranken. Thomas kommentierte grinsend: Siehst du, jetzt waren wir sogar noch etwas trinken! Haha!

Um die Ecke haben wir ein paar gemütlich aussehende, aber nicht ganz billige Restaurants, eins italienisch, eins französisch. Einfach hingehen und etwas Alkoholisches trinken, ist aber in Utah nicht erlaubt. Man muss etwas zu essen bestellen, um auch Alkohol bestellen zu dürfen. Die spinnen, oder? Es gibt sogar sündhaft teure Restaurants, auf deren Karte nicht ein Tropfen Alkohol zu finden ist. Da gibt man dann eine Menge Geld aus und kann noch nicht einmal ein gutes Glas Wein trinken! Vielleicht gehen wir mal hin, bestellen ein Dessert und ein Glas Wein (für 8 Dollar das Glas)... Für einen nicht ausschweifenden Abend im Restaurant kann man so mit 40 Dollar pro Person rechnen.

Best things in life are free ;-)

Best things in life are free ;-)

Spannung, Spiel und Schnee

Schiiiie!

Am Wochenende waren wir nochmals Skilaufen. Am Samstag in Mountain Dell, wo es aber schon sehr getaut hatte und sehr nass war, und am Sonntag in White Pine, wo es noch teilweise vereist war, obwohl die Sonne dort mehr draufplatzt als in Mountain Dell. Ich denke, es liegt daran, dass es dort meistens noch kälter ist und sie dort das bessere Gerät zum Präparieren haben. In noch höheren Gegenden, z.B. Solitude, kann man wahrscheinlich bis Mitte April noch schön langlaufen. Am Samstag war Karla wieder mit dem Papa Schlittenfahren und am Abend ging es zu Denise und Frank, wo wir auf Thomas' Arbeitsgruppe trafen, um Thomas' Praktikanten aus Deutschland zu verabschieden. Das waren dann 10 Erwachsene, 6 Kinder und 1 Hund. Karla war erst etwas schüchtern, taute dann aber auf und irgendwann saß sie auf Katys Schoß und streichelte, immernoch zaghaft, den Hund. Gegen 8 waren wir wieder zuhause. Karla war zwar todmüde, hätte es aber nie zugegeben. Ich hatte noch 3 Stunden Arbeit vor mir...

Spannung, Spiel und Schnee
Spannung, Spiel und Schnee
Spannung, Spiel und Schnee
Karla (bleibt) bei Schnee und Eis - das schmeckt immernoch am besten!
Karla (bleibt) bei Schnee und Eis - das schmeckt immernoch am besten!
Karla (bleibt) bei Schnee und Eis - das schmeckt immernoch am besten!
Karla (bleibt) bei Schnee und Eis - das schmeckt immernoch am besten!
Karla (bleibt) bei Schnee und Eis - das schmeckt immernoch am besten!

Karla (bleibt) bei Schnee und Eis - das schmeckt immernoch am besten!

Hey, cool, man!

Hey, cool, man!

Spannung, Spiel und Schnee

Träume am/vom Lagerfeuer

Am Sonntag wurde nach dem Skilaufen in den Bergen bei uns im Tal die Gartensaison eröffnet. Nach einem Bad zu dritt, gab es draußen Kaffee und Kuchen. Karla war als erstes am Tisch und hatte schon ihr halbes Stück aufgegessen, bevor wir Platz nehmen konnten. Dann wurde das Klettergerüst unten für dieses Jahr eingeweiht, und ich machte mich ans Abharken vermoderter Blätter und überlegte, was man mit dem Garten so machen könnte. Ideen hätte ich viele, von Tomatenzucht bis Hühnerfarm. Platz wäre genug da. Doch erstens hieße das Geld zu investieren, das wir gerade nicht haben und zweitens sind wir im Sommer ja auch 3 Wochen in Deutschland. Und wer gießt/füttert dann hier in der prallen Sonne? Und wenn vielleicht bald jede Arbeitswoche so aussieht, wie die letzten 2, hätte ich sowieso keine Zeit... Also beschränkten Thomas und ich diverse Auswüchse meiner Kleinbauerträume auf den Bau einer Feuerstelle, an der man Marshmallows rösten kann. Nach einer Weile kam auch Thomas auch vom Spiel- in den Kleingärtnermodus und fing an, diverses Grün zu beschneiden und kleine Äste abzuhacken, die der Wäscheleine im Weg waren. Karla buddelte derweil im Sandkasten und aß auch genug daraus, glaube ich. Mittlerweile kann sie auch die Leiter des Klettergerüsts allein (unter Aufsicht und gelegentlicher Hilfeleistung) hochklettern. Rutschen und Schaukeln fand sie ja auch schon immer toll. Und wenn Mama und Papa Unkraut zupfen, ist sie auch dabei...

Dieses Wochenende war übrigens bei uns auch Zeitumstellung, sodass wir euch jetzt für ein paar Wochen nur 7 Stunden hinterherhängen. Meine Woche beginnt also eine Stunde früher als sonst, was ich gar nicht toll finde, besonders weil ich immer noch nicht wieder richtig gesund bin. Aber was soll's.

Ich hoffe, ihr seid gesund und munter und habt eine schöne Woche!

Spannung, Spiel und Schnee
Spannung, Spiel und Schnee
Meine beiden KinderMeine beiden Kinder
Meine beiden Kinder
Meine beiden KinderMeine beiden Kinder

Meine beiden Kinder

Mittwoch, 6. März 2013

Status Quo und Quo Vadis, Karla?

Status Quo und Quo Vadis, Karla?

Da Thomas und ich momentan recht viel arbeiten, bleibt kaum Zeit zum Bloggen. Thomas versucht die experimentelle Phase seiner Arbeit an Zellen und Hasen, die er momentan noch borgen muss, voranzutreiben und ich mache derzeit projektbedingt noch einmal 50% meiner Arbeitszeit Überstunden, also 6h am Tag. Karla geht es daher momentan wahrscheinlich am besten. Im Gegensatz zu mir läuft ihr mal nicht die Nase und sie bekommt erholsamen Schlaf. Gern ratzt sie bis 7 oder halb 8, während Papa schon auf Arbeit ist und Mama schon am PC vorarbeitet, bis sie aufwacht und hungrig ihre Milch verlangt. Da stresst es mich manchmal schon, wenn sie genießerisch ihr Müsli maufeln will. Das stört Karla aber gar nicht, wenn Mama gestresst ist (vielleicht bin ich noch zu freundlich). Sie is(s)t gut gelaunt, bewegt sich aber auch gern, klettert auf der Bank herum, die wir bei milden Temperaturen und Schneeschmelze nun schon hinters Haus gestellt haben. Gern möchte sie nach dem Aufstehen auch noch diverse Bücher ansehen vom "Bizzy Bear on the Farm" oder immer noch gern das von Tante Anja mit den Schiebebildern oder der Sandmannmelodie. Karla liebt Bücher mit Schiebebildern und Musikfunktion - überhaupt Bücher! Oder wenn es nicht das Buch ist, dann die Malunterlage von Nici und Daniel, wo sie zum Glück nur mit Wasser drauf malen kann. Eigentlich müssen dann Mama oder Papa etwas malen, aber mittlerweile greift sie auch selbst zum Stift (nicht nur, um ihn auszulutschen und dann zu lachen, wenn Mama schimpft und zu weinen, wenn Mama ihn ihr wegnimmt) und malt mit weitschweifenden Bewegungen einen Halbmond und sagt dazu "Moooon".

Abends kümmert sich Thomas um Karla, während ich koche. Gestern abend war ich noch mit unten, als Thomas sie für die Nacht vorbereitete. Sie hatte den Schlafanzug schon an und saß bereit für die Bücherschau auf Papas Schoß. Dann winkte sie mir fröhlich zu und rief "Byeeee". Na ja, da bin ich dann gegangen. Ich wurde offenbar nicht mehr gebraucht. ;-)

Meist legt Thomas sie noch wach ins Bett und streichelt ihr noch einmal über den Kopf. Ein Mal meinte sie dann: Naaach (Gute Nacht!).

Momentan überlegen wir auch wieder, sie in eine andere Kita zu geben. Nicht nur, weil die Erzieherinnen Spanisch und Englisch auch mischen (was dem richtigen Sprachverstehen abträglich ist und das Kind verwirrt), sondern auch weil in der Gruppe der älteren Kinder häufig der Fernsehen läuft und lauter so Kleinigkeiten. Daher waren wir letzte Woche in der Kita der First Baptist Church. Diese hat einen sehr guten Eindruck auf uns und Karla gemacht. Die Gruppen sind kleiner. Die Erzieherinnen machen einen professionelleren Eindruck. Ich glaube, das sind tatsächlich ausgebildete Erzieherinnen (ist hier nicht gesetzlich vorgeschrieben). Sie haben ein Konzept! Es ist nicht so laut wie bei unserer bisherigen Kita. Die Kinder der ältesten Gruppe sehen einmal pro Woche einen Film, den sie selbst abwechselnd mitbringen. Es gibt kein Essen aus der Dose oder Tiefkühlung, sondern alles ist frisch (gegen TK hab ich ja nix), teilweise Bio. Es gibt keine 3x pro Woche Fleisch. Die Kinder gehen 2x am Tag mindestens 30 min raus und/oder in die riesige Turnhalle und haben da auch Kontakt mit anderen Gruppen/Altersklassen. Sie unterstützen die Gewöhnung an das Töpfchen bzw. helfen bei der Toilettenerziehung mit. In den älteren Klassen ab 3 Jahren gibt es "circle time", wo die Kinder unterschiedliche Dinge tun (nicht müssen, so lange sie sich anderweitig ruhig beschäftigen). Aber auch schon in Karlas Altersklasse basteln und musizieren sie. Einmal im Monat gibt es Kasperletheater und einmal kommt ein Zauberer. Sie schlafen in kleinen Betten, nicht auf Matratzen auf dem Boden (obwohl mich das jetzt auch nicht so stört). Es gibt ein großes Außengelände. OK, sie haben später auch "chapel time", wo sie etwas aus der Bibel erfahren, aber das finde ich gar nicht so schlecht. Die Erzieherinnen müssen keine Baptisten sein. Die Tour mit uns absolvierte Kaity, die als Mormonin geboren wurde, aber es nicht mehr so mit der Religion hält. Und sie sprechen auch alle Englisch, die wenigsten nicht muttersprachlich. Spanisch wird einmal pro Woche als Option angeboten, aber ich glaube nicht, dass wir diese in Anspruch nehmen würden. Die Kita hat auch nur wenige Tage im Jahr geschlossen. Knackpunkt sind wie immer hier die Kosten. Statt 635 Dollar pro Monat bei Devlins wäre es für Karlas Alter 219 pro Woche! Das heißt über 900 Dollar im Schnitt pro Monat. Karla könnte aber, wenn sie 2 Jahre alt ist, in die Gruppe der 2,5-jährigen gehen und dann wären es "nur" noch 860 Dollar im Monat. Da eine Gehaltserhöhung bei mir momentan nicht drin ist, hoffe ich nun auf Auszahlung meiner Überstunden... Tja, das mit der Abonnierung eines Fernsehprogramms wird wohl dieses Jahr nix mehr.

Aber auf Little Gym möchten wir trotzdem nicht verzichten. Der Besuch der Little Gym ist immer wieder ein Erlebnis für alle Anwesenden. Seht selbst...

Gute Nacht!

Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?
Status Quo und Quo Vadis, Karla?

Sonntag, 3. März 2013

Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...

Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...

Von Thomas

Relativ kurzfristig entschlossen wir uns, am Freitag nach West Yellowstone, Montana, zu fahren. Grund dafür war das Rendezvous Ski-Rennen in West Yellowstone. Dies ist ein kleiner Ort etwa 5 Autostunden nordöstlich von Salt Lake City und grenzt direkt an den Yellowstone Nationalpark. Der Unterschied zu Utah ist jedoch, dass es dort sehr viel Wald gibt, obwohl das ganze Plateau bereits auf 2000 m Höhe liegt. Die Landschaft erinnert ein bisschen an die Mittelgebirgswälder in Deutschland.

Die Fahrt am Freitag war anstrengend. Grund war nicht unbedingt der Berufsverkehr, in den wir während der ersten Stunde geraten waren, sondern unser kleiner Quälgeist auf dem Rücksitz. Bereits nach 20 min war Karla abwechselnd gelangweilt, wütend, hungrig oder durstig. Und kleine Menschen in diesem Alter kennen leider nur eine Möglichkeit ihr Unbehagen auszudrücken… Einmal war Karla jedoch still: Als wir schon im Dunkeln von der Highway-Polizei mit viel Blinklicht angehalten wurden. Susanne und ich bekamen erstmal einen Schreck: Meint der uns? Sind wie zu schnell gefahren? Susanne war kurz nicht angeschnallt, um Karla Tee zu geben – war es das? Aber es war zum Glück ein sehr netter Polizist, der leicht indianisch aussah, und uns nur darauf aufmerksam machen wollte, dass unser rechtes Frontlicht nicht funktioniert. Wir sagten ihm, dass das letztens erst kontrolliert wurde, aber dass es schon einmal so war und es geholfen hatte, kurz drauf zu klopfen. Der State Trooper klopfte also kurz auf das Licht und siehe da, es wart Licht. Er hatte uns dafür einen Strafzettel geben können, erklärte uns noch freundlich, dass bei einem Wackelkontakt auch die gesamte Elektronik ausfallen könne und wünschte uns einen schönen Abend, wir ihm auch, und weiter ging es. Auch Karla machte dann weiter, womit sie aufgehört hatte. Seit Samstag sagt sie auch „Hallo“.

Pause in Pocatello
Pause in Pocatello

Pause in Pocatello

Unser Hotel
Unser Hotel
Unser Hotel

Unser Hotel

Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...

Aber wir hielten alle durch, und nach 4 Stunden also etwa kurz nach 8 Uhr abends, war Karla eingeschlafen. Erst nach 9 Uhr trafen wir in unserem Hotel, dem Stage Coach Inn, ein, wo Karla noch bis nach 22 Uhr wach war. Die „Stadt“ besteht wirklich nur aus 3 Quer- und 3 Längsstraßen. Jedes zweite Haus ist ein Hotel oder ein Motel. Was keines von beiden ist, ist entweder ein Restaurant oder eine Tankstelle mit Schneemobilverleih. Ein Touristenort also. So wie dieses Nest stelle ich mir übrigens auch eine Stadt in Alaska vor: Autos werden durch Schneemobile ersetzt und man macht sich gar nicht erst die Mühe, die Straßen vom Schnee zu befreien. Direkt hinter der Straße geht der Wald los und in diesem befinden sich neben Elchen und Grizzly-Bären auch ein paar wunderbar präparierte Loipen. Man kann auch mit dem Snow Coach, einem Kleintransporter auf Schneeketten oder Schneemobil für viel Geld in den Park auf Safari fahren, allerdings sind die Schneemobile so laut, dass man sicher kein Tier zu sehen bekommt. Für Ornithologen bietet der Park auch einiges, wenn man schon nach unseren Laien-Ohren gehen kann.

Mit Schneemobilen und Gewehren vertreibt man sich hier die ZeitMit Schneemobilen und Gewehren vertreibt man sich hier die ZeitMit Schneemobilen und Gewehren vertreibt man sich hier die Zeit

Mit Schneemobilen und Gewehren vertreibt man sich hier die Zeit

Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...

Am nächsten morgen holte ich vor dem Frühstück meine Startunterlagen ab. Auch mein Arbeitskollege John Bridge war mit vor Ort, jedoch hatte er sich am Vortag eine schmerzhafte Leistenzerrung zugezogen, so dass er schlecht gelaunt wieder nach Hause fahren musste, nicht ohne mir jedoch seine Ski dazulassen, die einen Tick schneller waren als meine eigenen. John meinte, wenn er schon nicht gewänne, dann wenigstens seine Ski. Nach dem Frühstück ging ich zum Start und konnte sofort die üblichen Verdächtigen aus der Wasatch Citizen Series ausmachen. Ich hatte mich für den Hauptlauf über 50km Skating entschieden, denn ich wollte noch gern einen schönen Saisonabschluss mit einem möglichst langen Lauf haben. Außerdem liebäugelte ich mit dem Preisgeld, das es für Platz 1-3 gab. Es hätte Fahrt- und Übernachtungskosten sehr gut gedeckt. Es waren 2x25km zu bewältigen, und bis Ende der ersten Runde konnte ich mich in der 5-köpfigen Spitzengruppe halten. Dann musste ich jedoch einsehen, dass ich das nicht noch eine zweite Runde durchhalten würde und musste leider abreißen lassen. Es fehlte nicht viel, aber irgendwann kann man eben nicht mehr. Hinter mir war weit und breit niemand zu sehen, also lief ich die zweite Schleife ganz allein in der Hoffnung nicht eingeholt zu werden. Mit 5 min Rückstand auf den Sieger war ich dann mit meinem Ergebnis doch recht glücklich. Platz 3 belegte ein Teilnehmer der diesjährigen Junioren-WM, und auch die anderen 3 waren mehr oder weniger Profis.

Am Abend gingen wir amerikanisch essen. Es gab einen Chili-Burger für mich und ein wirklich richtig gutes dunkles Bier aus einer lokalen Brauerei! Wahnsinn. In den letzten 6 Monaten hab ich kein solches Bier getrunken. Danach gingen wir zur Siegerehrung, wo es noch leckeren Kuchen, Eiscreme und Kaffee gab. Auch Karla war gut gelaunt und hüpfte die ganze Zeit in dem großen Konferenzraum herum und unterhielt Zuschauer wie Veranstalter. Bei der Preisverlosung hatte ich wie erwartet kein Glück und beneidete die Gewinner der Geldpreise und diverser Sportartikel.

Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...
Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...

Von Susanne:

Wir hatten auch Gelegenheit, einige der üblichen Verdächtigen kennenzulernen, die wir bisher nur aus der Ergebnisliste kannten, so z.B. Fabien aus Frankreich, der Französisch in Park City unterrichtet. Er meinte, fast hätte es ein Sprachprogramm für Deutsch gegeben, doch dann fiel die Entscheidung für Portugiesisch, weil die mormonische Kirche in Brasilien sehr stark sei.... Pech für mich, da ich ja auch Lust gehabt hätte, hier Deutsch zu unterrichten. Außerdem lernten wir im Hotel Matt und Kat aus Salt Lake (beides eher Radrennfahrer) sowie bei der Preisverleihung Gene und Jane aus Minneapolis kennen. (Die Namen sind nicht ausgedacht!) Wir hoffen, mit allen in Kontakt bleiben zu können.

Am Sonntag gingen wir nach dem Frühstück noch einmal abwechselnd Skilaufen. Thomas mit Fabien und Matt, während ich Karla auf dem Schlitten durch die Kante zog, und dann ich. Ich hatte mich zwar eigentlich lose mit Kat verabredet, aber da Thomas recht spät ins Hotel kam, traf ich sie erst zum Schluss meiner Einheit. Dort trainierten auch einige Biathleten und das Highlight meines Tages war der Satz eines mich überholenden Mannes mit Gewehr auf dem Rücken: Wow, your V2 is better than I can pole! Soll heißen, ich würde besser Eintakter laufen als er. Einen kurzen Moment lang überlegte ich, ob das a) Ironie war oder ob er b) von Thomas bestochen worden war, um mir eine Freude zu machen oder ob c) Biathleten schlecht Eintakter laufen. Aber da a) Amerikaner selten ironisch werden und b) Thomas kein Geld hat und ich mir c) auch nicht vorstellen konnte, dass Biathleten schlecht skaten, sagte ich einfach „Thank you!“ und lief weiter. Ansonsten fühlte ich mich aber von meiner kurzen Klassikeinheit vom Vortag, die mich erst eine Meile über eine schnelle Spur und dann quer durch die Natur geführt hatte, recht kaputt.

Wahrscheinlich lag es aber eher an der 2h-Schlitteneinheit mit Karla, die davon 30 min schlief und sich ansonsten mal wieder schwer machte. Sie zeigte mir bei der Gelegenheit, dass sie das Konzept der Worte „hopp, hopp, hopp“ genau verstanden hatte. Bei Thomas' Start rief sie ohne Animation als einzige „hopp, hopp, hopp“ und dann später, als ich sie im Schlitten zog, noch einmal, die freche Göre! Wir gingen in den Wald und ein wenig mulmig war mir schon als ich das Schild mit der Bärenwarnung las. Mein Plan war, mich über Karla zu legen und mich tot zu stellen, falls ein Bär auftauchen sollte. Dieser Plan war natürlich völlig überflüssig. Nach einer Weile traf ich einen alten Mann auf Ski und fragte ihn, ob man mit Bären rechnen müssen. Er meinte nur, dass die ja sicher noch im Winterschlaf liegen. Und ich dachte, stimmt ja, die machen ja Winterschlaf. Er hat bei sich bestimmt gedacht: Ah, ein Stadtmensch. Erleichtert ging ich weiter. Nachdem Karla hungrig auf dem Schlitten erwacht war, machten wir kehrt, Karla mit einer Stange Käse in der Hand, und gingen ins Hotel, wo Karla zu Mittag aß. Danach machten wir uns auf den Weg zum Ziel. Nach einer Weile bogen die ersten 3 vom 50er auf die Zielgerade. Es war leider kein orangefarbener Anzug dabei. Aber Thomas kam als 5. vor Barry ins Ziel :-)

Der war danach auch mal wieder nicht gesprächig...

Dann machten wir alle 3 noch einen gediegenen Mittagsschlaf und dann ging es nochmal raus - für mich in die Loipe und für Thomas und Karla im Schlitten. Dann gingen wir, wie Thomas schon beschrieben hat, essen und zur Preisverleihung. Sonntag gegen Mittag fuhren wir zurück und konnten sehr stolz auf Karla sein, denn sie hielt fast die gesamte Fahrt ohne größeres Geschrei durch und schlief 1h und 20 min.

Wir wünschen euch einen schönen Start in die Woche!

Spielen im Hotelzimmer

Spielen im Hotelzimmer

Die Karla-Schlittenserie
Die Karla-Schlittenserie
Die Karla-Schlittenserie
Die Karla-Schlittenserie
Die Karla-Schlittenserie
Die Karla-Schlittenserie

Die Karla-Schlittenserie

Heimfahrt

Heimfahrt

Mal eben 2x500 km in den Yellowstone National Park...